Interview mit Anton Kempf
 
Q: Herzlichen Glückwunsch zum zweiten Platz der Junioren bei den Bavarian Open und zur Junioren-Meisterschaft in der Bayerischen Wertung.

A: Dankeschön

Q: Wie bist du zum Eiskunstlaufen gekommen?

A: Durch meine Oma. Wir sind damals in Augsburg durch die Stadt gegangen, haben das Eisstadion gesehen und haben mal reingeschaut. Da waren Kinder auf dem Eis und ich dachte, so was kann man ja auch mal ausprobieren.. Da war ich im Kindergarten so 4-5 Jahre alt. Dann haben wir das heimlich gemacht ohne Wissen der Eltern. Ja, und dann hat sich das so entwickelt und jetzt bin ich beim Eislaufen.

Q: Wie ist deine Karriere bisher verlaufen?

A: Angefangen habe ich wie gesagt beim Eissportverein Augsburg. Meine Trainer waren Axel Teschemacher und Christa Winklmaier. Vor ungefähr 5 Jahren bin ich nach München zu Andrejs (Vlascenko) gekommen und seitdem trainiere ich dort.

Q: Was sind deine Ziele im Sport und wie willst du sie erreichen?

A: Die Olympischen Spiele, das ist das Ziel jedes Sportlers. Erreichen möchte ich das durch Training und immer das Beste geben

Q: Hast du ein Vorbild?
 
A: Nein, nicht wirklich. Man möchte selber eins werden.

Q: Wie schätzt du die Saison bisher ein? Wo waren die Highlights und wo gab es Probleme?

 A: Es gab Probleme beim Junioren-Grand Prix am Anfang der Saison. Wir hatten in München erst ab Mitte August Eis und deswegen war vielleicht ein bisschen zu wenig Vorbereitungszeit. Da hatte ich dann Schwierigkeiten mit den Sprüngen, war nicht stabil. Ein Highlight war natürlich, dass ich die Deutsche Junioren Meisterschaft gewonnen habe und jetzt dieser Wettkampf hier, die Bavarian Open.

Q: Wer hat die Musiken zu deinen Programmen gefunden und wer hat die Choreographie gemacht?

 A: Das Kurzprogramm „Der rosarote Panther“ war meine Idee. Ich bin nun das dritte Jahr dazu gelaufen. Die Choreographie ist von Herrn Sinicyn. Das hat er super gemacht und er hat auch zusammen mit Andrejs die Musik für die Kür ausgesucht. Da hatte ich wenig Einfluss und habe mich überraschen lassen. Zuerst war die Idee und dann hat man die Musik zusammengefügt. Die Choreographie von Herrn Sinicyn ist wieder einzigartig, sehr gute Arbeit. Da kann ich mich nur verbeugen.

 Q: Wer hat die Kostüme ausgesucht?

 A: Die Kostüme entwirft meistens die Frau von Andrejs, Elena Vlaschenko. Mit meiner Mutter zusammen und einer Schneiderin wird daraus ein Ganzes.

Q: Woran arbeitest du momentan besonders und welche Fortschritte machst du?

A: Am meisten arbeitet man am Programm und an den Sprüngen. Fortschritte mache ich im Läuferischen. Ich war noch nie der Talentierteste im Ausdruck oder Haltung und so was und beim Kantenlaufen. Das ist immer eine Sache, die man verbessern kann.

 Q: Wie sieht es mit dem dreifachen Axel oder einem Vierfachsprung aus?

 A: Sind in Übung. Ab und zu ist der Axel nicht schlecht. Ich laufe ihn ab und zu aus, vielleicht nicht ganz rum. Aber er ist nicht sicher, sagen wir es mal so. Vierfache sind am Anfang.

Q: Du bist recht gewachsen. Hast du schon einmal daran gedacht, Paarlauf auszuprobieren?

A: Das wurde mir schon oft vorgeschlagen. Aber es ist einfach keine Option für mich. Ich bin schon so lange alleine und ich möchte das auch zu Ende bringen. Ich meine, es klappt ja auch in einigen Punkten und warum nicht Einzellauf wenn ich erfolgreich bin.

Q: Was machst du neben der Schule? Welche Hobbies hast du?

A: Ich habe letztes Jahr das Abitur gemacht und bin jetzt Physik-Student. Ich bin an Autos und so was interessiert, aber neben dem Training bleibt da nicht viel Zeit. Der Fokus liegt auf dem Eislaufen.

Q: Wie ist denn dein Charakter? Was sind deine Schwächen und deine Stärken?

 A: Über Schwächen denke ich nicht so richtig nach, weil das runterzieht, ich verdränge das. Dieses Ausblenden ist meine Stärke, so dass ich mich immer auf neue Sachen konzentrieren kann, egal was passiert ist.

 Q: Dankeschön für das Interview und weiterhin alles Gute.