Deutsche Meisterschaft 2011
Savchenko/Szolkowy, Hecken, Liebers und
Zhiganshina/Gazsi neue Meister
Aljona Savchenko/Robin Szolkowy, Sarah
Hecken, Peter Liebers und Nelli Zhiganshina/Alexander Gaszi sind die
neuen Deutschen Meister 2011.
Savchenko/Szolkowy begeisterten am
Samstag in Oberstdorf das Publikum mit ihrem „Rosaroten Panther“,
hohen Würfen und schwierigen Hebungen. Der vom Fieber geschwächte
Szolkowy stürzte allerdings zweimal beim dreifachen Toeloop und
dreifachen Salchow. Diese Patzer waren jedoch schnell vergessen, und
mit 209,40 Punkten holten sich die Sachsen ihren siebten nationalen
Titel. „Heute waren es nicht 100 Prozent, aber das ist nicht so
schlimm. Man muss in der Saison auch mal einen Aussetzer haben, und
das passiert besser hier als bei der Europameisterschaft. Bis zur EM
werden wir weiter hart trainieren“, kündigte Savchenko an.
Mari-Doris Vartmann/Aaron Van Cleave setzten sich mit 130,49 Punkten
gegen Katharina Gierok/Florian Just (126,16) durch.
Peter Liebers sicherte sich seinen
zweiten Meistertitel nach 2009 mit 210,07 Punkten vor Denis Wieczorek
(182,57) und Christopher Berneck (169,25). Liebers begann stark mit
dreifach Toeloop, dreifach Axel-doppel Toeloop-doppel Toeloop und
dreifach Lutz, doch dann stürzte er in der Kombination dreifach
Salchow-dreifach Toeloop. Schon am Morgen hatten sich Kniebeschwerden
bemerkbar gemacht. „Mit dem Kurzprogramm war ich sehr zufrieden,
doch vor der Kür hatte ich Knieprobleme. Mit dem Anfang der Kür war
ich sehr zufrieden, aber ich denke, dass ich in drei Wochen (bei der
EM) auch den zweiten Teil der Kür wieder gut hinbekomme“, sagte
der Berliner. Wieczorek verbesserte sich auf Rang zwei mit einer
fehlerlosen Kür mit sieben dreifachen Sprüngen. „Mit meiner Kür
heute bin ich sehr zufrieden, ich habe alles wie geplant gemacht“,
kommentierte Wieczorek. Berneck überzeugte ebenfalls mit einer guten
Leistung.“Ich habe nicht damit gerechnet und bin ohne Erwartungen
hierhergekommen. Eigentlich wollte ich nur Junioren laufen. Es ist
schön, beim ersten Mal (in der Meisterklasse) gleich auf dem Podium
zu sein“, meinte der 18 Jahre alte Berliner, der seit drei Jahren
in den USA trainiert.
Sarah Hecken gewann mit 149, 11
Punkten ihren dritten Meistertitel vor Katharina Häcker (144,61) und
Christina Erdel (127,88). Hecken zeigte vier einwandfreie dreifache
Sprünge, aber ganz zufrieden war die ehrgeizige Mannheimerin nicht,
denn ein Salchow war nur doppelt. „Es ist schön, wieder Deutsche
Meisterin zu sein. Meine Kür war nicht fehlerfrei, aber ich habe
mich im Verlauf der Saison gesteigert. Einige Sprünge sind nue, da
kann es sein, dass ein Fehler vorkommt“, sagte die 17-Jährige.
Häcker gewann die Kürwertung und die Silbermedaille. „Ich kann es
gar nicht beschreiben, als ich zweite nach dem Kurzprogramm war,
dachte ich schon, es wäre toll, wieder auf dem Treppchen zu stehen“,
meinte die angehende Arzthelferin. Erdel lief eine fehlerfreie Kür
mit vier dreifachen Sprüngen und gewann ihre erste Medaille bei der
Deutschen Meisterschaft. „Für mich ist es eine völlig neue
Erfahrung, da oben mitzulaufen“, freute sich die 15 Jahre alte
Läuferin.
Zhiganshina/Gazsi tanzten locker zum
zweiten Meistertitel nach 2007. In ihrer Kür stellten sie Figuren
auf einer Spieluhr dar, die kurzzeitig zum Leben erwachen. Die
Schritte, Twizzles und Hebungen gelangen mühelos. Mit 150,23 Punkten
hielt das in Oberstdorf trainierende Paar Stefanie Frohberg/Tim
Giesen (122,82) und das neue Duo Tanja Kolbe/Stefano Caruso (122,53)
auf Distanz. „Wir sind zum zweiten Mal hier in Oberstdorf Deutsche
Meister geworden, vielleicht bringt Oberstdorf uns Glück.“
scherzte Zhiganshina. „Wir sehr hart dafür gearbeitet und lange
darauf gewartet. Nun sind wir sehr froh, dass wir wieder Deutsche
Meister sind“, ergänzte Gazsi.
Tag 1
Favoriten gehen in Oberstdorf in
Führung
Oberstdorf - Bei der Deutschen
Meisterschaft im Eiskunstlauf sind am Freitag mit Aljona
Savchenko/Robin Szolkowy, Peter Liebers, Sarah Hecken und Nelli
Zhiganshina/ Alexander Gazsi die Favoriten in Führung gegangen.
Savchenko/Szolkowy legten ein perfektes
Kurzprogramm zu russischer Folkore auf das Eis, mit synchron
gesprungenem dreifachen Toeloop, einem hohen dreifachen Wurfflip und
schwieriger Hebung. Mit 77, 37 Punkten liegen die zweifachen
Weltmeister klar vor Mari-Doris Vartmann/Aaron van Cleave (42,99
Punkte) und Katharina Gierok/Florian Just (41,57 Punkte) aus
Nordrhein-Westfalen. „Nach Weihnachten und Silvester war es ein
wenig schwierig, aber wir sind heute ein gutes Programm gelaufen“,
sagte Savchenko. Dabei ist Szolkowy wegen einer Erkältung nicht ganz
fit. „Aber ich bin auf dem Weg der Besserung, wie man sehen konnte,
und bis zur Europameisterschaft ist noch ein wenig Zeit“, meinte
der 31-Jährige.
Peter Liebers ist nach einem starken
Blues-Programm auf dem Weg zu seinem zweiten deutschen Meistertitel.
Ihm gelangen ein dreifacher Axel, dreifach Flip-dreifach Toeloop
sowie gute Pirouetten und Schritte, nur beim dreifachen Lutz wackelte
er ein wenig. „Der Lutz war nicht perfekt, da kann ich noch ein
paar Punkte mehr rausholen“, sagte der Berliner. „Es ist immer
noch mehr drin.“ Insgesamt war er mit seinem Auftritt und den 74,67
Punkten sehr zufrieden. „Dieses Jahr ist keine Olympiaqualifikation
und da auch Stefan (Lindemann) nicht mehr dabei ist, war es etwas
entspannter und ich konnte frei auflaufen“, kommentierte er. Sein
Bruder Martin belegte mit 57,54 Punkten Platz zwei vor dem Thüringer
Denis Wieczorek (56,74 Punkte).
Sarah Hecken gewann das Kurzprogramm
der Damen mit 52,63 Punkten vor ihrer Mannheimer Vereinskameradin
Katharina Häcker (47,84 Punkte) und Constanze Paulinus aus Berlin
(43,53 Punkte). Hecken zeigte mit einer Kombination aus zwei
dreifachen Toeloops und einem dreifachen Salchow das schwierigste
Programm und erlaubte sich keinen Fehler. „Ich freue mich, dass
alles geklappt hat und ich bin in guter Form“, sagte die 17 Jahre
alte Titelverteidigerin.
Die Lokalmatadoren Zhiganshina/Gazsi
ertanzten sich mit ihrem ungewöhnlichen Walzer aus dem „Cirque du
Soleil“ 60,69 Punkte und rund zehn Zähler Vorsprung vor den
Berliner Paaren Stefanie Frohberg/Tim Giesen (50, 72 Punkte) und
Tanja Kolbe/Stefano Caruso (49,73 Punkte)„Wir haben die vergangenen
zwei Wochen sehr gut trainiert, fast wie Maschinen“, sagte Gazsi.
„Wir waren aber doch etwas nervös“, gab er zu.