Interview mit Mikael Redin während den Bavarian Open Februar 2011


Q: Wie ist das Gefühl Schweizer Meister zu sein nach Stephane Lambiel?


A: Es ist ein sehr schönes Gefühl, es war mein Ziel seit 2-3 Jahren und nun war es möglich und ich bin sehr zufrieden, dass ich das geschafft habe.


Q: Stéphane und du sprecht die gleiche Sprache? Habt ihr Kontakt und hat er vielleicht ein paar Tipps für die WM?


A: Also ich wohne eigentlich auf der anderen Seite, in der deutschen Schweiz. Ich kenne ihn nicht so gut , aber er hat mir viel Glück gewünscht.


Q: Du bist damals von Frankreich in die Schweiz gezogen. Wie kam das und wie unterscheidet sich das Leben in der Schweiz von dem Leben in Frankreich?


A: Mein Trainer ist von Frankreich in die Schweiz gegangen und ich bin einfach mitgegangen. Naja, mit 17 Jahren war ich da ohne Familie alleine in der Schweiz und am Anfang war es echt schwierig. Aber es hat sich sehr positiv entwickelt. In Sachen Eiskunstlaufen ist es ein bisschen anders in der Schweiz weil die Leute positiver sind. Also wenn du einen dreifachen Sprung machst, dann sagen die Schweizer, “das ist schön!!!” Und in Frankreich sagt man einfach nichts, es ist ok und du hast es einfach gemacht.


Q: Hat sich dein Leben nach diesem Titelgewinn verändert?


A: Nein, eigentlich gar nicht. Es ist eine sehr schöne Erfahrung, das Erleben jetzt mit der WM in Tokio und dass ich Schweizer Meister bin


Q: Erkennen dich jetzt die Leute in der Schweiz auf der Straße?

A: Vielleicht in der Eishalle, aber sonst nicht.


Q: Wie unerwartet war denn dieser Titelgewinn? Nach dem Kurzprogramm warst du ja Dritter. Wie war das Gefühl?


A: Es war sehr schwierig nach dem Kurzprogramm, denn ich war sehr, sehr nervös. Ich hatte den dritten Platz und ich habe gedacht “ich kann noch gewinnen”. Es waren nicht so viele Punkte hinter dem ersten Platz. Es waren nur drei Punkte weniger und das ist ja gar nichts für eine Kür. Ich habe eigentlich nicht gedacht “ich will gewinnen!”. Ich habe gedacht, dass ich einfach eine schöne Kür laufen will, vor allem fehlerfrei und dann ist es einfach (gut) gegangen. Ich habe davor keine Ahnung gehabt, was die anderen gemacht haben. Ich bin nur für mich gelaufen.


Q: In Bern bei der EM war du ja als Zuschauer. Wie hast du den Titelgewinn deiner Landsmännin Sarah Meier erlebt?


A: Das war ein sehr, sehr schöner Moment. Ich habe fast das gleiche erlebt in Los Angeles als Evan Lysacek zu Hause gewonnen hat . Aber in der Schweiz war es sehr speziell und es war eine Überraschung, denn sie hatte nicht (viel) trainiert. Sie ist einfach gekommen und es war echt toll! Es waren überhaupt sehr interessante Wettbewerbe. Ich fand, dass das Niveau höher war als in den Jahren zuvor.


Q: Du hättest sicher auch sehr gerne teilgenommen?


A: Ja, das stimmt. Wir hatten drei Startplätze und eine EM hatte ich noch nicht erlebt. Ich habe bereits einmal an einer WM teilgenommen, aber an einer EM noch nicht. Aber ich bin auch zufrieden mit der Teilnahme an der WM in Tokio, das wird sicher auch schön sein.


Q: Kannst du etwas von der Erfahrung deiner WM-Teilnahme in Los Angeles mitnehmen? Wie ist deine Vorbereitung?


A: Das ist jetzt anders weil es vor zwei Jahren keine Qualifikation gab. Es begann damals mit dem Kurzprogramm und jetzt wird es eine Kür sein, das ist dann schon anders. Man muss mehr zeigen und das ist eigentlich besser. Man braucht viel mehr Vorbereitung für diese Qualifikation. Es wird sehr, sehr schwierig sein weil das Niveau sehr hoch ist. Aber ich bin sehr konzentriert in der Kür.


Q: Hast du dir für die WM ein Ziel gesetzt?


A: Eine schöne Kür zu zeigen in der Qualifikation! Ich kenne die Teilnehmerliste noch nicht und ich weiß nicht, ob ich die Qualifkation schaffe oder nicht. Aber ich will sie erreichen und meine bestmögliche Kür zeigen.


Q: Wie sehen die Pläne nach der WM aus?

A: Das wei
ß ich noch nicht. Ich werde mich auf mein Studium konzentrieren und muss mit meinem Trainer überlegen was ich nach der WM mache. Ziel ist jetzt die WM Tokio und dann schauen wir wie es geht. Ich habe Lust zu studieren und ich muss gucken wie das zusammengeht.


Q: Im Training klappt ja der Vierfache?


A: Ja, jetzt seit Ende November kann ich 4Toe, aber ich brauche noch ein bisschen Zeit, um das im Wettkampf zu zeigen. Aber das wäre noch eine gute Erfahrung.


Dann wünsche ich dir viel Glück und bedanke mich für das nette Gespräch.