NHK Trophy in Nagano
Dienstag, 28.11. bis Sonntag, 3.12.
Die NHK Trophy ist schon lange vorbei, aber ich wollte doch noch etwas dazu nachtragen!
Die Anreise nach Nagano war lang und anstrengend. Schlimm war vor allem, dass wir in Moskau morgens um vier vom Hotel losfahren mussten, weil unser Flug nach Frankfurt um sieben ging. In Frankfurt haben wir dann fünf Stunden gewartet. Ich habe im Hauptzollamt nach Anabelles Gepäck gefragt, aber es war nicht dort. Später hat sie mir geschrieben, dass sie auch in Kanada nichts erfahren hat. Wer weiß, wo der Koffer gelandet ist, wahrscheinlich ist er auf ewig verschollen.
Die NHK Trophy war ein schöner Wettbewerb, ich komme immer gerne nach Japan. Einmal natürlich auch, weil ich die japanische Küche liebe – und nicht nur Sushi! Das Hotel war sehr schön, es gab sogar heiße Badequellen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, das mal auszuprobieren, aber leider habe ich es dann doch nicht geschafft. Das Essen war auch sehr gut. Es gab stets ein Buffet mit asiatischen und europäischen Gerichten. Ich habe übrigens schon bei der WM 2002 in diesem Hotel gewohnt und konnte mich sehr gut an den benachbarten Supermarkt erinnern.
Neben der üblichen Arbeit rund um den Wettbewerb habe ich es geschafft, drei Interviews zu führen. Michael war so nett und hat das Gespräch mit Takahiko Kozuka übersetzt. Der Juniorenweltmeister versteht zwar einiges auf Englisch, aber er traut sich nicht richtig zu sprechen und kann sicher auch nicht alles auf Englisch zum Ausdruck bringen. Der japanische Verband will alles immer ganz offiziell machen, ohne Anfrage beim Teamleader hatten wir keine Chance auf ein Interview, obwohl Takahiko uns spontan zugesagt hatte! Die Hauptsache ist, dass es noch geklappt hat. Die beiden anderen Interviews habe ich mit Alexander Uspenskij und Jana Chochlova/Sergej Novitskij geführt sowie noch ein kurzes mit Arina Martynova.
Jana und Sergej haben sich ja knapp gegen Melissa Gregory/Denis Petuchov durchgesetzt. Die Amerikaner verspielten mit ihren unsportlichen Bemerkungen nach dem Pflichttanz einigen Kredit bei mir. Nachdem sie Chochlova/Novitskij unterlagen, gaben sie unfaire Kommentare in der Art ab, dass sie sie doch die klar besseren Läufer seien, in einer anderen Liga liefen und überhaupt ihr Pflichttanz (die Rumba) erstklassig gewesen sei. Das stimmte schon mal gar nicht, denn sie hatten einen Fehler, und auch bei anderen Wettkämpfen lagen sie mit den Russen recht dicht beieinander, bei den Olympischen Spielen waren sie hinter ihnen, bei der WM wieder vor ihnen. Beide Paare sind gut und bewegen sich auf ähnlichem Niveau, finde ich. Melissas Sprüche stießen allgemein auf ein negatives Echo, und beim nächsten Mal hielt sie sich zurück.
Zum Schluss muss ich noch von meinem und Michaels heldenhaftem Einsatz für die Fanbanner berichten! Ich beobachtete nämlich plötzlich am zweiten Tag, wie ein Hallenordner alle Banner abhängte. Ich bin gleich zu ihm gegangen und wollte wissen, was los war. Er erklärte mir, dass es nicht erlaubt sei, Banner aufzuhängen. Das hörte ich zum ersten Mal, denn gerade die Japaner haben doch immer viele Plakate und Banner. Michael kam zum Glück dazu und erfuhr den Namen des Vorgesetzten. Wir machten uns also auf die Suche nach diesem Herren. Am Ende kam sogar der Wettkampf-Chef des japanischen Verbandes mit uns und klärte die Sache mit den Bannern! Allerdings mussten die Fans sie abends abhängen und konnten sie erst wieder am nächsten Tag befestigen. Aber das war immer noch besser als wenn sie gar keine Banner hätten aufhängen dürfen.