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Skate Canada in Victoria

Sonntag, 5. November

Der Eistanz-Wettbewerb war nur noch ab Platz zwei spannend. Dubreuil/Lauzons „At Last“ ist mir zu kitschig, so schmalzige Programme sind nicht mein Geschmack. Mir gefielen vor allem Virtue/Moir (obwohl sie im „Valse Triste“ nicht so viel lächeln sollte), Platonova/Maximischin mit ihrem charakteristischen Flamenco und auch die Italiener mit ihrer peppigen Hip-Hop-Latin-Kür. 

Pressekonferenz Eistanz

Marie-France Dubreuil: Unsere Kür lief heute sehr gut für uns. Es war toll, dieses Programm direkt nach Tessa und Scott zu laufen, denn sie haben die Stimmung aufgeheizt und das Publikum zu stehenden Ovationen hingerissen, und wir haben diese Energie aufgenommen und gut umgesetzt. Für uns ist dieses Programm im Geist einer Hochzeitsparty. Als wir aufs Eis gingen habe ich zu Patrice gesagt, schau, das ist unsere Hochzeitsparty und das sind alle unsere Gäste, und wir wollen, dass sie eine wirklich schöne Zeit haben. Und er sah mich an und sagte, wow, das ist eine teure Hochzeit! Wir hatten Spaß heute und freuen uns, dass die Zuschauer gut mitgegangen sind. Es ist ein sehr guter Saisonstart. Wir haben noch viel zu tun. Wir müssen die letzte Hebung ändern, weil sie nicht den Anforderungen für den level entspricht, den wir haben wollten. Wir haben uns dennoch dazu entschlossen, diese Hebung zu machen, weil sie wunderbar zur Choreographie passt. Aber in Japan müssen wir was anderes machen, damit alles einen level 4 hat und wir im Finale mithalten können.


Frage: Die erste Hebung ist sehr eindrucksvoll, aber sicher auch gefährlich. Wie oft seid ihr dabei schon hingefallen?

Marie-France Dubreuil: Bisher sind wir bei der Hebung noch nicht gestürzt, ich muss schnell auf Holz klopfen. Es ist eine Hebung, die wir sehr vorsichtig trainieren. Die Balance muss gehalten werden.

Patrice Lauzon: Wir gingen langsam Schritt für Schritt vorwärts, von Woche zu Woche und von Monat zu Monat haben wir etwas hinzugefügt. Ich weiß, wie weit ich mich zurücklehnen kann, bevor ich mich nicht mehr halten kann.

Marie-France Dubreuil: Es ist immer hart an der Grenze. Wir denken, es ist ein schönes Statement zum Anfang und eine innovative Pose. Ich glaube, noch nie hat ein Mann ein Mädchen so gehoben.

Frage: Nach Skate America sagte Dick Button, dass Eistanz zu technisch wird. Seht ihr diese Gefahr auch?

Marie-France Dubreuil: Wir wollen die Choreographie so gestalten, dass die Elemente zu Highlights werden. Am Anfang des neuen Systems, sind die Leute sehr technisch geworden. Seit dem Vorjahr versuchen wir, alles so einzubauen, damit die Leute nicht mehr sagen „oh, das ist ein Element“. Wir wollen es nicht so abgehackt machen. Ich denke, es ist möglich, man muss kreativ sein und den Willen haben, das zu tun.

Frage: Sie haben gesagt, dass die Choreographie auf eine Hochzeitsparty aufbaut. Gibt es entsprechende Pläne…

Marie-France Dubreuil: Die hatten wir, als wir im April unsere Karriere beendet hatten. Der Plan war, im Jahr 2007 zu heiraten, aber diese Pläne sind jetzt erst einmal auf Eis gelegt. Wir sagten uns, warum laufen wir nicht zu diesem Thema und sehen, wie sich das anfühlt! (lacht).

Tessa Virtue: Scott und ich sind sehr zufrieden mit unserer heutigen Leistung. Wir kamen ohne jegliche Erwartungen in diesen Wettbewerb. Wir wollten einfach in der Meisterklasse auf uns aufmerksam machen. Wir sind einfach froh darüber, dass wir hier sind und der zweite Platz ist ein extra Bonus für uns. Wir haben eine Menge davon gelernt, dass wir mit solchen großartigen Paaren auf dem Eis sein konnten, und wir nehmen das mit nach Hause und werden darauf aufbauen.

Frage: Der Walzer ist ein sehr anspruchsvoller Tanz. Wie habt ihr das so gut hinbekommen?

Scott Moir: Marina und Igor haben versucht, uns anspruchsvoll zu machen, und wir hatten damit Mühe. Ein Grund, diese Musik zu nehmen war, dass wir uns weiterentwickeln. Wir lernen jeden Tag.

Tessa Virtue: Wir waren immer das junge, das kleine Paar, schon von Anfang an. Es ist also nichts Neues für uns. Wir wollen es als Herausforderung annehmen und an unseren Stärken arbeiten. Diese Saison ist sicher ein Entwicklungsjahr für uns.

Frage: Wie ist es, im ersten Seniorenjahr gleich eine Grand-Prix-Medaille zu gewinnen.

Scott Moir: Das ist herausragend für uns, und wir sind sehr glücklich, auf dem Podium zu sein. Das wunderschöne Victoria war eine großartige Erfahrung und ein großes Highlight in unserer Karriere.

Tessa Virtue: Wir hatten nicht gedacht, dass der Übergang von den Junioren zu den Senioren so leicht ist. Ich möchte auch Marie-France und Patrice danken. Sie sind nicht nur wunderbar auf dem Eis anzusehen, sondern sie unterstützen uns auch so sehr.

Frage: Ihr habt den Trainer gewechselt, was hat euch das gebracht?

Massimo Scali: Ich denke, die Leute sehen, dass wir uns schon verbessert haben. Wir haben erst vor drei Monaten gewechselt, das ist noch nicht so lange her. Wir fühlen uns mit Pasquale und Anjelika sehr wohl. Uns gefällt alles an unseren neuen Programmen. Wir haben die Kostüme, die Musik zusammen ausgewählt. Ich denke, alles passt. Der Detroit Skating Club ist großartig, er hat uns alle Türen geöffnet. Ich denke, dass wir mit Pasquale und Anjelika einen Weg gefunden haben, wieder Emotionen auf dem Eis herauszulassen, etwas, was wir vielleicht in den letzten zwei Jahren verloren hatten. Wir sind wieder emotionaler, wie wir es früher waren, und das ist gut für uns.

Frage: Wie habt ihr euch an das Leben in Amerika gewöhnt?

Massimo Scali: Es ist kalt, zu kalt! Der Winter beginnt früh und endet spät. Die Arbeit ist perfekt, also sind wir zu 80 Prozent glücklich. Was das Privatleben angeht, werden wir alles so schnell wie möglich in Ordnung bringen.

Frage: Wie schwer war es für Barbara und Maurizio, zurückzukommen?

Massimo Scali: Ich denke, es war schwierig für uns als für sie! Sie hatten alle Unterstützung. Sie machten einen Fehler bei den Olympischen Spielen, daher haben sie nicht den Platz bekommen, den sie wollten. Wir haben bis zum Schluss um den ersten Platz bei den Italienischen Meisterschaften gekämpft, und wir sind toll gelaufen, aber vielleicht war es nicht genug. Das war einer der Gründe, der dazu geführt hat, dass wir unser ganzes Leben geändert haben, denn der Trainer (Roberto Pelizzola) hatte sich dafür entschieden, Barbara und Maurizio wieder ins Team zu nehmen, obwohl er eigentlich unser Trainer war. Die Situation war daher in der Olympischen Saison sehr schlecht für uns. Danach waren wir voller schlechter Gefühle und sagten uns, wir lassen alles hinter uns. Wir kannten Pasquale schon seit der WM, bei der wir ohne Trainer waren (2004), weil wir ein paar Probleme hatten. Wir wollten seitdem mit ihm arbeiten, und wir sind froh, dass es nun geklappt hat.

Massimo Scali: Wir sind heute glücklich, denn der Originaltanz lief nicht so gut für uns. Heute konnten wir zeigen, wie wir laufen können. Die umgekehrte Hebung (sie hebt ihn) ist großartig. Wir sind oft gestürzt, als wir sie trainiert haben, weil es schwer ist, die Balance zu finden. Ich bin ein paar Mal auf den Kopf gefallen! Am Anfang der Saison hatten wir keine Idee für eine neue inverse Hebung, es war sehr schwer, weil man die Positionen nicht mehr wiederholen darf. Zuerst wollten wir was aus der Vergangenheit nehmen, aber nachdem wir das gefunden hatten, war es toll, und wir sagten uns, es ist egal, wie oft wir dabei hinfallen, und wir haben es gemacht. Natürlich kamen wir nicht hierher, um die Bronzemedaille zu gewinnen, aber wir werden weiter daran arbeiten, höhere levels (für die Elemente) zu bekommen. Wir werden in zwei Wochen in Paris sein und hoffen, dort zu gewinnen.

Samstag, 4. November

Heute also hatten wir nur Damen und Herren. Für das amerikanische TV ist sogar Olympiasiegerin Shizuka Arakawa hier, die ich auf den Presseplätzen sitzen sah.

Damen, Kür

Das Niveau war eigentlich hoch, und insgesamt glaube ich, dass die Damen in dieser Saison höherwertige Wettbewerbe als die Herren abliefern werden. Joannie Rochette war stark, auch Fumie Suguri konnte sich sehen lassen. Yu-Na Kim hatte ein paar Probleme, aber sie war verständlicherweise nervös. Es ist immerhin ihr erster Senioren-Wettbewerb. Schade für Susanna Pöykiö, aber ihre elegante Kür gefällt mir gut.

Pressekonferenz

Joannie Rochette: Die ganze Woche über habe ich gut trainiert, und ich kam hierher um das zu zeigen. Ich wollte es heute (in der Kür) einfach für mich selbst tun. Für mich ist es etwas ganz besonderes, Skate Canada zu gewinnen, denn es hier ist mein Heimatland. (Zum Sieg nach dem 5. Platz im KP) Es fühlt sich nach diesem Kurzprogramm sehr gut an! Es ist immer etwas stressig, ein neues Programm zu präsentieren, aber ich konzentrierte mich auf jeweils ein Ding, und es hat funktioniert.

Fumie Suguri: Es war eine sehr schwierige Woche für mich, weil ich nicht in besonders guter Verfassung war. Ich dachte, dass ich nicht kommen könnte. Ich habe mich Mitte Oktober an einer Kniesehne verletzt. Es ist kein großes Problem, aber gesundheitlich ging es mir nach der anstrengenden Saison nicht sehr gut. Ich war sogar im Krankenhaus. Ich dachte daran, meinen Start abzusagen, aber ich wollte es bis zuletzt versuchen. Jetzt ist das (die Probleme) vorbei. (Zur Musikwahl) Es wird kein Text gesungen. Der Komponist (Karl Jenkins) sagt, dass die Stimmen nur als Instrument benutzt werden. Ich finde es nicht fair, dass Einzelläufer keine Musik mit Gesang benutzen können, und es ist schwer, eine passende Musik zu finden. Der Komponist war hier in Victoria, weil er ein Konzert gibt. Ich traf ihn ihm Hotel. Er hat mir schriftlich bestätigt, dass das kein Gesang ist. Ich bin froh, dass ich keinen Abzug bekam, denn man weiß nicht, was die Schiedsrichterin im letzten Moment entscheidet. Ich würde gerne zu den Olympischen Spielen nach Vancouver kommen, obwohl ich dann schon 29 und ziemlich alt sein werde! Ich sehe einfach Jahr für Jahr weiter.

Yu-Na Kim: Ich hatte im letzten Sommer eine Verletzung und konnte in Korea nicht so viel trainieren. Meine Kür war noch nicht perfekt. Ich denke, zwischen den Junioren und Senioren ist eine große Lücke, und ich habe mich sehr bemüht, darüber hinwegzukommen. Brian Orser hat mir dabei geholfen, mein Eislaufen erwachsener zu machen. Ich war nicht darauf vorbereitet, vor so einem großen Publikum zu laufen, und ich war nervös. Im Training habe ich viel von den anderen Läufern gelernt und gesehen, wie sie trainieren.

Herren, Kür

Über diesen Wettkampf breitet man besser den Mantel des Schweigens aus! Die Fehler gingen wie eine ansteckende Krankheit von einem zum nächsten Läufer über. Oder haben alle gedacht, dass sie doch noch Stephane Lambiel gewinnen lassen müssten?… Er gewann, obwohl er auch nicht perfekt lief, aber immerhin kämpfte er und riskierte zwei vierfache Toeloops. Die anderen zerlegte es noch mehr. Der einzige, der fast alles zeigte, was er im Moment kann, war Jamal Othman, der auch prompt ein „personal best“ erzielte.

Das Abschlussbankett war schon heute abend, was den Eistänzern gegenüber unfair ist. Die meisten waren aber trotzdem da und haben etwas gegessen, bevor sie schlafen gegangen sind. Der Sponsor „Homesense“ stattete alle mit einer schwarzen Federboa aus, was zu einigen witzigen Photos führte.

Pressekonferenz

Stephane Lambiel: Was heute passiert ist, ist unglaublich. Bevor ich hierherkam war ich nicht in besonders guter Verfassung. Ich denke, es ist schwer für mich, diese Saison zu beginnen. Aber ich kam her, um zu testen, was ich in meinem ersten Wettbewerb tun kann. Es ist sehr früh, und ich hatte eine riesige Saison im letzten Jahr. Nach der Saison ging ich zu Champions on Ice. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich eine Menge Arbeit vor mir habe, um für den nächsten Wettbewerb vorbereitet zu sein. Es ist gut, dass ich herkam und sah, woran ich arbeiten muss. Ich bin stolz darauf, dass ich hier bin und gegen die anderen Läufer angetreten bin. Die Leistung war nicht das, was ich zeigen wollte, aber ich verspreche, dass es beim nächsten Mal besser wird.

Frage: Du hattest gestern ein schwaches Kurzprogramm. Wie schwer war es, danach wieder zurückzukommen?

Stephane Lambiel: Es war schwer, aber ich hatte mein Team, und sie haben mich unterstützt. Das Publikum war auch sehr wichtig, sie machen keinen Unterschied, ob du erster oder siebter bist, ob du ein Champion bist oder nicht, und sie geben allen das Gefühl, dass sie einen unterstützen. Ich hatte mein Team, das Publikum und ich spürte, dass ich es schaffen kann.

Frage: Ihr sagtet, dass die Saison so lang sei und wie müde ihr davon seid. Gibt es eine Möglichkeit, die Saison kürzer zu machen?

Stephane Lambiel: Die Olympischen Spiele sind in jedem Fall emotional ein sehr anstrengender Wettbewerb, ob mit oder ohne die Weltmeisterschaft. Ich glaube, dafür gibt es keine Lösung. Vielleicht weiß Johnny etwas.

Frage: Sehen wir in diesem Jahr noch eine neue Kür?

Stephane Lambiel: Ich hoffe, dass man die neue Kür beim nächsten Wettbewerb sieht. Es ist ein Flamenco. Ich denke, es wird großartig, anders, etwas Neues.

Frage: Wer hat es choreographiert?

Stephane: Antonio Najarro, er ist ein Flamencotänzer.

Daisuke Takahashi: Ich hatte Glück, dass ich Zweiter bin. Ich habe viele Fehler gemacht.

Johnny Weir: Ich hatte auch Glück, dass ich eine Medaille gewonnen habe. Ich habe nicht mehr so viele Doppelte gemacht, seit ich auf sehr niedrigem Niveau war. Heute war ein Desaster, und nur Gott weiß, wie ich mit meiner Leistung heute Dritter werden konnte. Aber ich wurde Dritter, und es war ein Geschenk. Ich bin froh, dass ich den ersten kompletten Wettbewerb hinter mir habe, jetzt kann ich mich auf dem Cup of Russia konzentrieren und dafür arbeiten, dass ich für jeden Wettbewerb so gut wie möglich vorbereitet bin. Ich muss zugeben, dass ich es für diesen Wettbewerb nicht war. Aber man muss ja irgendwo anfangen.

Frage: Ihr sagtet, dass die Saison so lang sei und wie müde ihr davon seid. Gibt es eine Möglichkeit, die Saison kürzer zu machen?

Johnny Weir: Man muss damit rechnen, dass eine Olympische Saison so riesig ist und mit vielen Erwartungen verbunden ist, und dass man nicht immer in der Form seines Lebens ist. Ich war krank bei den Olympischen Spielen und bei der Weltmeisterschaft. Danach ging ich auf Tournee. Sobald ich zurückkam, haben wir am Kurzprogramm gearbeitet, und an der Kür haben wir den ganzen Sommer lang gearbeitet. Ich denke, ich hätte die schlechte Leistung vermeiden können, aber dafür hätte ich einen Teil der Tournee aufgeben müssen oder diesen Wettbewerb. Aber alles, was wir jetzt machen müssen, ist unsere Zeit, in der wir alles für uns und unsere Karriere tun können. Daher werde ich nicht die Nase über irgendetwas rümpfen und sagen, es sollte nicht da sein oder wir sollten weniger Veranstaltungen haben. Es ist das, was wir gerne tun, es ist unser Job, es ist wirklich unser Leben. Man gewinnt und man verliert im Leben, man macht Opfer und bekommt etwas.

Frage: Wie war es mit Marina Anissina zu arbeiten, im Vergleich zu Tatjana Tarasova?

Johnny: Ich muss festhalten – diese Kür (heute) hat nichts mit dem zu tun, was Marina choreographiert hat. Das stelle ich sofort klar. Und ich habe eigentlich große Angst davor, sie anzurufen und ihr zu sagen, was heute passiert ist. Es war sehr interessant. Sie ist mehr ein „taskmaster“ als Tatjana. Es ist ein großer Unterschied, ob dir ein Fellbüschel oder jede Menge roter Haare um die Ohren fliegen. Du weißt nicht, wo es herkommt, aber es kommt eine ganze Menge zur gleichen Zeit! Sie ist sehr talentiert, sie hat meine Kürmusik mit Maxime Rodriguez arrangiert. Sie hat das Programm komplett designt. Ich musste ihr sagen, dass man vor dem dreifachen Axel keine Biellmann machen kann, aber abgesehen davon war sie unglaublich. Sie hat mir eine neue Richtung gezeigt, und dass ich nicht immer ein Schwan sein muss. Ich hatte eine schwere olympische Saison, auch der Sommer war hart, aber sie war immer für mich da und hat mich unterstützt. Sie ruft mich jede Woche an und fragt, wie es mir geht. Ich habe genauso gerne mit ihr zusammengearbeitet wie sie mit mir. Und es ist sehr exklusiv, denn ich bin der einzige, mit dem sie arbeitet.

Frage: Kennt sie sich mit dem Punktesystem aus?

Johnny: Oh ja. Wir hatten die Regeln auf Englisch, auf Französisch und auf Russisch, und sie hatte vielleicht sogar welche in Kishuaheli, ich weiß aber nicht, wo sie die herhatte! Sie versteht, was drin sein muss und dass dieses schwerer als jenes ist.

Langsam habe ich mich wohl an den Zeitplan gewöhnt, jedenfalls bin ich jetzt nicht mehr so müde. Leider komme ich trotzdem kaum mit dem updaten der website nach.

Freitag, 3. November

Eistanz, Originaltanz

Lefebvre/Markov: recht bemüht, was sich vor allem in den Komponenten widerspiegelte (8).

Yu/Wang: viel fällt mir dazu nicht ein. Eher langweilig. (10)

Hajkova/Vincour: sie liefen vorsichtig (11)

Dubreuil/Lauzon: „Maria de Buenos Aires“, ich bin sicher, dass sie dieses Stück auch schon mal vor ein paar Jahren in einer Kür hatten. Der Tango passt zu ihnen, aber er reißt nicht vom Stuhl. Mich jedenfalls nicht, und nicht einmal das kanadische Publikum gab eine standing ovation. In der parallelen Schrittfolge verlor sie bei einem Twizzle das Gleichgewicht. Trotzdem natürlich zu recht Platz 1.

Pratt/Gilles: Heute waren sie dran, bei der Rotationshebung legten sie einen Bauchplatscher hin (9).

Platonova/Maximischin: Er muss etwas an seiner Frisur tun, und zwar bald. Sie ist großgewachsen und mondän, er wirkt dagegen armselig. Das ist schade, denn sie sind technisch gut (5).

Virtue/Moir: sehr taktgenau und exakt, mir hat es gut gefallen, und ich hatte gar nicht gesehen, dass er bei einem Twizzle in der midline den zweiten Fuß kurz absetzte (2).

Michajlova/Sergejev: Auch hier waren sie wieder besser als bei Skate America. Aber der Schwung fehlte noch, und sie fielen zwei Ränge zurück (7).

Navarro/Bommentre: Nicht schlecht, wie bei Skate America. Ich möchte auch ihre originelle Musikwahl hervorheben. Dankenswerterweise haben sie auf „Libertango“ und Co verzichtet.

Davis/White: Nach der Pleite von gestern griffen sie heute wieder an und zeigten ein anspruchsvolles Programm. Im OD waren sie Dritte, insgesamt rückten sie vier Plätze nach dem CD auf (4).

Faiella/Scali: Am Ende der Diagonalen haute es sie hin, das hat bestimmt weh getan. Der Rest des Programms war ok, aber ich hätte noch ein wenig mehr Feuer erwartet. Wahrscheinlich war nach dem Sturz (gleich beim ersten Element) ein wenig die Luft raus. Massimo ärgerte sich sehr darüber, dass sie nur den fünftbesten OD hatten. Insgesamt aber sind sie auf 3.

Herren, KP

Geoffry Varner („Sirtaki“) Na ja, er ist schwerfällig und kommt seiner Musik kaum hinterher. Aber er bemühte sich (10).

S. Sawyer („The Big One“). Er ist ausdrucksstark und zeigt ungewöhnliche Choreographie. Irgendwie muss ich bei ihm immer an den Cirque du Soleil denken und dass er dort gut hinpassen würde. Beim Lutz fiel er hin, aber holte viele Punkte bei den anderen Elementen (6).

T. Verner („Toccata und Fugue“). Sein Programm kam gut an, und endlich stand er den 3A (wenn auch nicht ganz perfekt). Ich habe mich sehr für ihn gefreut. Er sagte, er war ganz aufgeregt, weil er bei seiner ersten Pressekonferenz war.

V. Chipeur: („Nothing Else Matters“) Ich dachte natürlich an Silvio Smalun, als ich seine Musik hörte. Ein solides, wenn auch etwas „leeres“ Programm (5.)

S. Voronov: (2. Klavierkonzert von Rachmaninov) Heute morgen war der arme Junge allein beim Training, Alexej tauchte erst kurz vor Schluss auf, wahrscheinlich hatte er den Bus verpasst. Aber Sergej lässt sich anscheinend nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Die Sprünge waren heute etwas wacklig, aber es reichte für ein neues personal best. Er sagte, er arbeite sich Schritt für Schritt nach vorne (9.).

S. Lambiel: (Ohne Titel, schwer zu beschreibende Musik) Das war nun leider gar nix. Schon im Training sah man, dass er nicht in besonders guter Form ist. Nach dem Sturz beim 4T gab ihm der Sturz beim Eingang in die Kombinationspirouette den Rest. Sein Programm aber fand ich interessant und hoffe, es beim nächsten Mal in besserer Ausführung zu sehen. Der Absturz auf Rang 7 tut natürlich weh. In der Kür kann er jedoch noch aufholen. In der mixed zone sagte er, dass er nicht genau wisse, was bei der Pirouette passiert sei.

Y. Ponsero: (In the mood for love) Er war der zweite Läufer, der einen 4T riskierte (nicht ganz sauber), auch die anderen Sprünge waren touchiert (mit der Hand). Er war recht zufrieden.

J. Weir: („King of Chess“ – eine Bearbeitung des „Allegretto“) Sprünge ok, eine Pirouette war nicht so gut, insgesamt fehlte es an Dynamik (2).

D. Takahashi (Violinkonzert von Tchajkovskij) Ein wenig wild wirkt er immer. Der Sieg heute geht in Ordnung, da er insgesamt die besseren Elemente hatte (1).

J. Othman („Danse Macabre“) Ein wenig langsam und vorsichtig lief er, aber er machte keinen gröberen Fehler. Trotzdem reichte es nur zu Rang 11.

M.A. Craig („Sway“) Ich finde ihn langweilig. (8).

Pressekonferenz

Daisuke Takahashi: Es war nichts besonderes, aber es war auch nicht schlecht. (Zur Musikwahl) Ich will Spaß beim Laufen haben. Die Musik ist sehr elegant und so will ich laufen.

Johnny Weir: Es war ok heute. Meine Pirouetten und Schritte waren daneben. Ich hatte am Ende der Schrittfolge noch sechs Schritte, als ich ins Stolpern kam. Ich hoffe, dass ich mich im Lauf der Saison verbessere. (Zur Wahl seines Programms und seiner Musik) Mein KP ist neu, und meine Kür morgen wird auch neu sein. Beide sind von einer neuen Choreographin, Marina Anissina. Ich freue mich darauf, ihre Programme vorzustellen. Es ist ihre erste Arbeit, die auch im TV zu sehen sein wird. Ich will meine Sache gut machen. Ich freue mich auch, in eine neue Richtung zu gehen. Mein Eislaufen war immer sehr „hübsch“ (pretty), jetzt ist es weniger „hübsch“, es ist jetzt viel grafischer, moderner, einfach eine andere Seite meiner Persönlichkeit, denke ich. Ich war vier Jahre lang „hübsch“, und ich kann das nicht weitermachen, ich kann nicht die dauernd die Kostüme haben, an denen Zeug rumhängt. Ich wollte etwas Neues, etwas Frisches. Wenn du dich nie veränderst und dich nie weiterentwickelst, dann lernst du nie was und wirst nie besser. Sogar wenn „hübsch“ mein Stil ist und das richtige für meine Karriere, so kann ich wenigstens ein paar Dinge ausprobieren und versuchen, eine andere Seite meiner Persönlichkeit zu zeigen. Wir laufen nicht nur für uns, sondern wir laufen, um eine Show zu bieten. So sehr ich mich weiterentwickeln möchte, denke ich, dass es den Leuten langweilig wird, wenn ich immer „fröhliche Vogelprogramme“ mache. Dieses Jahr hätte ich ein Huhn sein können, man weiß nie. Es ist einfach ein natürlicher Fortschritt, dessen was ich tue und wie ich mich künstlerisch weiterentwickle.

Tomas Verner: Ich habe einfach das Publikum genossen. Ich habe mich in das kanadische Publikum verliebt. Ich hatte schon bei der WM in Calgary eine großartige Erfahrung. Ich hoffe, dass ich in dieser guten Form weiter machen kann. Es war nicht mein bestes Kurzprogramm, im Wettkampf allerdings schon, und ich habe eine neue persönliche Bestleistung erzielt, das macht mich froh. Ich kam hier nach Kanada, um insgesamt ein neues personal best zu bekommen. (Zur Wahl seines Programms und seiner Musik) Ich weiß schon, dass die Frage wieder auch mein Kostüm betrifft! Viele Leute meinen, dass grün und rosa nicht zusammenpassen. Meine Musik ist klassisch, und es ist schwer, dazu zu laufen, und es ist schwer zu Musik zu laufen, die vorher ein besserer benutzt hat. Mein Choreograph kam zu mir und sagte, lass uns eine Parodie machen. Also soll das Kostüm auch eine Parodie sein. Du sollst machen, was du willst, die Leute sollen lachen und sich an das Kostüm und an das Programm insgesamt erinnern. Die Leute reden über mein Kostüm, meistens negativ, aber sie reden immerhin drüber.

Paare, Kür

Wieder war es keine Sternstunde des Paarlaufens. Sogar die Zhangs patzten einmal, beim 2A-3T stürzte er und sie machte nur 1A-2T. Ich bin wahrlich kein Fan von Inoue/Baldwin, aber dass sie den dreifachen Wurfaxel standen, nachdem er keinmal im Training sauber geklappt hatte, nötigt mir schon Respekt ab. Marcoux/Buntin wollten leider zuviel, schade, denn bei nur einem Fehler weniger wären sie Zweite geblieben. John Baldwin bestätigte mir, dass sein Bruder Don mit Fleur Maxwell Paarlauf macht und für Luxemburg starten will. Sie trainieren mit ihnen zusammen. Allerdings machten sie nur langsame Fortschritte, da Fleur eben noch nie Paarlauf trainiert habe. Einen jetzt geplanten Wettbewerb in Frankreich (er meinte wohl den Nizza Cup) hätten sie abgesagt, weil sie noch nicht so weit seien. Aber sie könnten zur EM kommen.

Heute also hatten wir nur Damen und Herren. Für das amerikanische TV ist sogar Olympiasiegerin Shizuka Arakawa hier, die ich auf den Presseplätzen sitzen sah.

Damen, Kür

Das Niveau war eigentlich hoch, und insgesamt glaube ich, dass die Damen in dieser Saison höherwertige Wettbewerbe als die Herren abliefern werden. Joannie Rochette war stark, auch Fumie Suguri konnte sich sehen lassen. Yu-Na Kim hatte ein paar Probleme, aber sie war verständlicherweise nervös. Es ist immerhin ihr erster Senioren-Wettbewerb. Schade für Susanna Pöykiö, aber ihre elegante Kür gefällt mir gut.

Pressekonferenz

Joannie Rochette: Die ganze Woche über habe ich gut trainiert, und ich kam hierher um das zu zeigen. Ich wollte es heute (in der Kür) einfach für mich selbst tun. Für mich ist es etwas ganz besonderes, Skate Canada zu gewinnen, denn es hier ist mein Heimatland. (Zum Sieg nach dem 5. Platz im KP) Es fühlt sich nach diesem Kurzprogramm sehr gut an! Es ist immer etwas stressig, ein neues Programm zu präsentieren, aber ich konzentrierte mich auf jeweils ein Ding, und es hat funktioniert.

Fumie Suguri: Es war eine sehr schwierige Woche für mich, weil ich nicht in besonders guter Verfassung war. Ich dachte, dass ich nicht kommen könnte. Ich habe mich Mitte Oktober an einer Kniesehne verletzt. Es ist kein großes Problem, aber gesundheitlich ging es mir nach der anstrengenden Saison nicht sehr gut. Ich war sogar im Krankenhaus. Ich dachte daran, meinen Start abzusagen, aber ich wollte es bis zuletzt versuchen. Jetzt ist das (die Probleme) vorbei. (Zur Musikwahl) Es wird kein Text gesungen. Der Komponist (Karl Jenkins) sagt, dass die Stimmen nur als Instrument benutzt werden. Ich finde es nicht fair, dass Einzelläufer keine Musik mit Gesang benutzen können, und es ist schwer, eine passende Musik zu finden. Der Komponist war hier in Victoria, weil er ein Konzert gibt. Ich traf ihn ihm Hotel. Er hat mir schriftlich bestätigt, dass das kein Gesang ist. Ich bin froh, dass ich keinen Abzug bekam, denn man weiß nicht, was die Schiedsrichterin im letzten Moment entscheidet. Ich würde gerne zu den Olympischen Spielen nach Vancouver kommen, obwohl ich dann schon 29 und ziemlich alt sein werde! Ich sehe einfach Jahr für Jahr weiter.

Yu-Na Kim: Ich hatte im letzten Sommer eine Verletzung und konnte in Korea nicht so viel trainieren. Meine Kür war nochnicht perfekt. Ich denke, zwischen den Junioren und Senioren ist eine große Lücke, und ich habe mich sehr bemüht, darüber hinwegzukommen. Brian Orser hat mir dabei geholfen, mein Eislaufen erwachsener zu machen. Ich war nicht darauf vorbereitet, vor so einem großen Publikum zu laufen, und ich war nervös. Im Training habe ich viel von den anderen Läufern gelernt und gesehen, wie sie trainieren.

Herren, Kür

Über diesen Wettkampf breitet man besser den Mantel des Schweigens aus! Die Fehler gingen wie eine ansteckende Krankheit von einem zum nächsten Läufer über. Oder haben alle gedacht, dass sie doch noch Stephane Lambiel gewinnen lassen müssten?… Er gewann, obwohl er auch nicht perfekt lief, aber immerhin kämpfte er und riskierte zwei vierfache Toeloops. Die anderen zerlegte es noch mehr. Der einzige, der fast alles zeigte, was er im Moment kann, war Jamal Othman, der auch prompt ein „personal best“ erzielte.

Das Abschlussbankett war schon heute abend, was den Eistänzern gegenüber unfair ist. Die meisten waren aber trotzdem da und haben etwas gegessen, bevor sie schlafen gegangen sind. Der Sponsor „Homesense“ stattete alle mit einer schwarzen Federboa aus, was zu einigen witzigen Photos führte.

Donnerstag, 2. November

Das Training ging schon früh um 6.30 Uhr los. Wie immer beginnt der Wettbewerb an der Westküste früh, damit bei den direkten Fernsehübertragungen die „prime time“ der Ostküste erreicht wird. Dementsprechend ist auch das Training sehr frühzeitig. Besondere Vorkommnisse sind nicht zu vermelden.

Pflichttanz, Goldener Walzer

Virtue/Moir: Sie hatten die Startnummer eins gezogen und wirkten nervös. Am Ende der zweiten Sequenz hatten sie einen kleinen Fehltritt, er erklärte, dass sie den Schritt nicht gleichzeitig gemacht hätten, wie es hätte sein sollen (3).

Pratt/Gilles: kratzig und langsam. Man sieht, dass ihnen der Tanz noch Mühe bereitet (7).

Dubreuil/Lauzon: Keine Frage, wer hier heute dominierte. Sie hatten viel Schwung und spielten ihre ganze Erfahrung aus (1).

Faiella/Scali: Im Vergleich zu Dubreuil/Lauzon liefen sie weniger großzügig (2).

Navarro/Bommentre: Sie hatten wenig Ausdruck im Walzer und an einer Stelle wohl auch einen Wackler (6).

Yu/Wang: sehr konzentriert und daher nicht locker genug (10).

Hajkova/Vincour: Sie hatte einen dicken Stolperer in der letzten Runde (11).

Platonova/Maximischin: verhalten, aber ordentlich (4).

Davies/White: einen erwischt es immer, und diesmal waren sie an der Reihe. Sie kamen zu nah an die Bande und stürzten. Dafür kamen sie insgesamt nicht schlecht weg (8).

Lefebvre/Markov: steif und schwerfällig. Sie wurden abgestraft (9).

Michajlova/Sergejev: obwohl dieser Walzer schwieriger ist als der letzte Woche wirkten sie schon sicherer und hatten mehr Schwung. Insgesamt aber wirkten sie noch vorsichtig (5). Das Duell der beiden russischen Teams ist interessant, denn sie werden voraussichtlich unter sich ausmachen, wer die Nummer drei bei den nationalen Meisterschaften wird.


Kurzinterview Faiella/Scali Eistanz

Q: Wie beurteilt ihr den Pflichttanz heute?

Massimo: Wir denken, wir haben unsere Sache heute gut gemacht. Es war eine saubere Leistung. Wir bekamen ein positives Feedback von einigen Leuten, und wir sind froh. Aber wir können es nicht erwarten, den Originaltanz und die Kür zu zeigen. Wir sind mit unseren Programmen für diese Saison sehr glücklich. Heute kommt auch noch Anjelika (Krylova), das wird spaßig.

Q: Was hat sich am Pflichttanztraining mit euren neuen Trainern geändert? Wie anders ist es?

Federica: Es ist kein großer Unterschied. Wir sind den Golden Waltz vor zwei Jahren gelaufen, und er war schon ganz gut. Wir haben jetzt vor allem an der Choreographie gearbeitet, daran die Knie und die Beine besser zu spüren.

Massimo: Mit Pasquale und Anjelika sind wir wieder zu unserem „wilden“ Stil zurückgekehrt. Wir fühlen uns freier auf dem Eis. Ich denke, dass macht den Tanz interessanter zum Zuschauen. Es ist emotionaler, es ist freier, denn das ist die Art und Weise wie wir früher liefen. Bei Roberto (Pellizolla) und Paola (Mezzadri) haben wir einen sehr guten Walzer gelernt und haben gelernt, unsere Leidenschaft besser zu kontrollieren. Vielleicht war es manchmal zu viel vorher. Jetzt haben wir die richtige Balance zwischen guter Technik und der Freiheit, der Emotion gefunden. Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit, die wir geleistet haben.


Paare, KP

Zum Glück war das Paarlaufen nicht ganz so gruselig wie der Wettbewerb bei Skate America.

Die Zhangs waren gut, aber sonst riss mich keiner vom Hocker. Schade, dass Craig Buntin beim 3T stürzte.


Pressekonferenz

Dan Zhang: Es war ganz gut. Wir kamen allerdings erst spät hierher und hatten nicht viel Training. Außerdem spüren wir den Jetlag.

Hao Zhang: Wir haben nur ein Problem, und das ist die Kür morgen! Wir haben die Kür wenig trainiert und hoffen, dass wir gut laufen. (Zum Behalten der alten Kür) Wir hatten wenig Zeit, weil wir erst im August voll ins Training eingestiegen sind. Vorher musste Dan ihre Knieverletzung ausheilen und ich hatte Magenprobleme.

Craig Buntin: Ich sprang zum 3T ab, es fühlte sich großartig an, und dann bin ich mit dem Landefuß weggerutscht. Das war ein dummer Fehler, den ich hoffentlich nie wieder machen werde. Es war das erste Mal, dass ich in B.C. (British Columbia) gelaufen bin, seit ich von hier wegging (nach Montreal), und es ist toll, vor heimischen Publikum zu laufen.

Rena Inoue: Es war definitiv nicht unsere beste Leistung. Wir hatten auch noch einen „freaky“ Unfall (gemeint ist der Stolperer in der Spiralschrittfolge), aber wir haben versucht, darüber hinwegzugehen.

John Baldwin: Es gibt keine Entschuldigungen für das, was heute abend passiert ist. Es war sehr enttäuschend für mich, in der Spiralschrittfolge auszurutschen. Außerdem hatten wir nur wenige Punkte für die Todesspirale, das hat uns wehgetan.


Mittwoch, 1. November

Die Halloween-Nacht haben anscheinend alle gut überstanden. Beim Training fehlten Stephane Lambiel und Alisa Drei, deren Gepäck noch nicht angekommen war. Außerdem zogen die ukrainischen Paarläufer Tatjana Volosozhar/Stanislav Morozov ihren Start zurück. Sie hat eine Entzündung im Bein und zeigte mir sogar die dick angeschwollene Beule. Das Bein fing im Flugzeug an anzuschwellen, berichtete sie. Jetzt muss sie Antibiotika nehmen. Gestern abend hatte sich außerdem noch die Eistänzerin Natalja Michajlova verletzt. Bei den Twizzlen stieß sie mit ihrem Partner zusammen, und er schlitzte ihr das Bein auf. Sie musste mit ca sechs Stichen genäht werden. Heute humpelte sie durch die Eishalle, will aber nicht aufgeben. Das Training am Morgen hat sie ausgelassen, aber heute abend war sie tapfer auf dem Eis. Ihr linkes Knie ist bandagiert.

Ich habe in der Eishalle schon viele bekannte Gesichter getroffen. Jamie Sale (mit elegantem Kurzhaarschnitt) und David Pelletier sind für den kanadischen TV-Sender CTV im Einsatz. Takeshi Honda ist mit dem japanischen Fernsehen her. Er erzählte mir, dass er mit großem Vergnügen in Osaka als Trainer arbeitet. Er hat 20 Schüler und sehr gute Arbeitsbedingungen in der nagelneuen Halle, die die Universität hat errichten lassen. Ich habe außerdem noch Brian Orser von weitem gesehen.


Montag, 30. und Dienstag, 31. Oktober

Heute morgen musste ich schon um 3.30 Uhr aufstehen, um vier Uhr ging der Bus zum Flughafen, und um sechs Uhr flogen wir nach Toronto. Dort hätten wir trotz ausreichender Übergangszeit fast unseren Anschluss nach Vancouver verpasst, weil das Gepäckband blockiert war und wir ca 45 Minuten auf unsere Koffer warten mussten, um sie durch den Zoll zu bringen. Von Vancouver aus flogen wir dann noch mal das kurze Stück bis nach Victoria rüber auf Vancouver Island.

Victoria hat mir gleich gefallen, es ist natürlich ein touristischer Ort, aber viel hübscher und gemütlicher als Hartford. Wir haben das Glück, im noblen Fairmont Hotel direkt am Hafen zu wohnen. Das Hotel ist riesig, man kann sich richtig darin verirren, und es hat viel Flair. Von außen sieht es wie ein Schloss aus. Mit im Flugzeug von Vancouver nach Victoria saßen schon Fumie Suguri, ihre Schwester Chika und Trainer Nobuo Sato. Beim Spaziergang abends nach einem guten Essen im Steakhaus begegneten uns noch Susanna Pöykiö mit ihrer Trainerin und Schwester Heidi.

Am Dienstag waren wir mit Organisatorischem beschäftigt. Es gab inoffizielles Training für die Läufer, allerdings nicht in der Wettkampfhalle, sondern in einer anderen, so dass ich nichts davon gesehen habe. Am Nachmittag öffnete die Akkreditierung, und nach und nach trudelten alle Teams ein. Wie immer ereilte einige Leute das Schicksal des verloren gegangenen Gepäcks: Stephane Lambiel, Jamal Othman, Alisa Drei, Arsenij Markov waren diesmal an der Reihe. Hoffen wir, dass alles noch rechtzeitig ankommt.