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Skate America 2006 in Hartford

Samstag, 28. Oktober

Der Tag fing gut an, denn wir wurden um 6 Uhr früh vom Feueralarm aus dem Bett geworfen! Das war gemein, denn ich war erst um 2 Uhr ins Bett gekommen und hätte erst um 7 aufstehen müssen. Ich habe überlegt, ob ich den Alarm überhaupt ernst nehmen soll, aber als ich beim Blick aus dem Fenster mehrere Feuerwehrautos vor dem Hotel stehen sah, habe ich mich doch besser angezogen und bin runtergegangen! Meine Nachbarn, Arkadij Sergejev und Sergej Voronov, standen verwirrt im Flur. Sergej sah so aus, als sei er gerade aus dem Bett gefallen (war er wohl auch). Arkadij fragte, ob die ständig ertönende Durchsage verkünde, dass wir wieder ins Zimmer können. Leider war es genau das Gegenteil, die Durchsage forderte dazu auf, das Hotel über den Notausgang zu verlassen. Zum Glück wohne ich im 6. Stock und hatte es nicht so weit. Unten waren fast alle Bewohner versammelt, ein paar gingen in ein Dunkin Donuts-Cafe, das schon offen hatte, aber die meisten drängelten sich nur unter dem Vordach, weil es in Strömen regnete. Später hieß es, in der Waschküche des Hotels habe es tatsächlich gebrannt.

Im Eistanz-Training gab es einen Zusammenstoß von Denkova/Staviskij (deren Musik gerade lief) und Kerr/Kerr (die eine Hebung machten). Alle Beteiligten stürzten, bis auf ein paar blaue Flecken ist es aber wohl zum Glück glimpflich abgegangen.

Ich hatte gestern noch vergessen zu erwähnen, dass die ganze Eislaufkolonie aus dem nahe gelegenen Simsbury zum Zuschauen gekommen war. Unter anderem sah ich Sergej Sachnovskij mit Gips und auf Krücken. Trainer Nikolaj Morozov hofft dennoch, dass Chait/Sachnovskij bei der EM werden antreten können. Besonders habe ich mich über das Wiedersehen mit Daniil Barantsev gefreut, der mir stolz seine Frau (und Partnerin) Jennifer West zeigte. Leider ist die Freigabe für ihn immer noch nicht in Sicht, aber er sagte, sie wollen jetzt einfach nur gut bei der US-Meisterschaft laufen und danach weitersehen. Der US-Verband wird sich momentan nicht sehr für dieses Paar einsetzen, da sie ja genug andere haben, die gut sind.


Eistanz, Kür

(in Startreihenfolge)

Lefebvre/Markov: (Memorial von M. Nyman) Bei dieser Musik denke ich natürlich sofort an das Programm von Grischuk/Platov, und damit können die Kanadier leider nicht mithalten (9).

Hann-McCurdy/Coreno: (Musik von Philipp Glass) Die sehr moderne, asiatisch inspirierte Musik hat mir gut gefallen, aber dieses Paar kann sie noch nicht so umsetzen. Stellenweise waren sie wieder zu langsam und vorsichtig (11).

Michajlova/Sergejev: (Jesus Christ Superstar) Diese Kür kam gut beim Publikum an, und ich fand auch, dass sie Pep hatte. In den Elementen fehlte den jungen Russen der Schwung, aber sie waren am Ende froh, ohne groben Patzer durchgekommen zu sein. Sie bekamen allerdings drei Minuspunkte für überlange Hebungen. Es war sicher keine leichte Erfahrung für die zwei, denn nach ihren Erfolgen bei den Junioren müssen sie sich nun hinten anstellen (10).

Navarro/Bommentre: (Beatles Medley) Schwungvoll und ansprechend gestaltet (6).

Watanabe/Kido (Chopin Medley) Ein wenig langweilig (7).

Zaretski/Zaretski (Carmina Burana) Heute waren sie nicht so gut in Form, es gab doch einige Wackler und Unsicherheiten. Alexandra war am Ende der Kür sehr enttäuscht und den Tränen nahe (8).

Matthews/Zavozin (Croatian Rhapsody, Hana’s Eyes u.a. Stücke von Maksim Mrvica) Ich finde das Programm etwas belanglos. Stellenweise laufen sie weit auseinander, aber es war richtig, dass sie die Kerrs überholten (4).

Denkova/Staviskij: (Die Sieben Todsünden) Ein interessantes Konzept. Das Publikum nahm das Programm gut auf. Albena und Maxim haben sich wieder einige neue Hebungen und Elemente ausgedacht, ihre Schritte waren flüssig und insgesamt ist das Programm schon sehr „fertig“. Man merkt wirklich, dass sie ohne Druck laufen. Albena sagte, dass sie von dem Zusammenstoß am Morgen einen dicken blauen Fleck und Kratzer habe. Maxim fiel leider unglücklich auf die Hüfte und hatte Schmerzen. Es war nicht sicher, ob sie am Schaulaufen teilnehmen können.

Pechalat/Bourzat: (Vier Jahreszeiten – hat aber mit Vivaldi nichts zu tun) Ich hatte ja versprochen, etwas zu den Kostümen zu sagen. Nathalie stellt den Sommer und Winter dar, hat einen orangefarbenen Rock auf dem Oberteil und an den Beinen aufgesetzte weiße Bommel (wie Wattebäusche). Das sieht schon lustig aus. Er verkörpert Herbst und Frühling. Sein hautfarbenes Oberteil mit rot-braunen Applikationen symbolisiert den Herbst, die grüne, mit Zweigen etc verzierte Hose den Frühling. Na ja, Hauptsache auffallen, aber andererseits passt es zum Thema und macht Sinn. In der Musik würde ich nicht unbedingt als die vier Jahreszeiten erkennen, obwohl Fabian sagte, dass jeder Jahreszeit ein bestimmtes Instrument zugeordnet sei, zwischendurch sind auch Regenrauschen und Vogelgezwitscher zu hören. Also ein sehr französisches Programm, kann man sagen. Sie liefen etwas mechanisch, aber ohne Fehler und bekamen gute Levels. Die erste Hebung fiel allerdings aus der Wertung, weil Fabian die Hand über den Kopf hob, um seine Partnerin zu stützen, und Über-Kopf-Hebungen sind im Eistanz nicht erlaubt. Im Training hatten sie das nicht so gemacht. So waren sie Vierte in der Kürwertung, blieben aber insgesamt auf 3.

Gregory/Petuchov: Ihr Thema war „Adam und Eva“, dazu hatten sie eine neu geschriebene Musik gewählt, aber dieses Thema habe ich nun gar nicht im Programm wiedergefunden. Für mich war es einfach ein ganz gutes Programm mit guten Elementen auf eine bombastische Musik (2).

Kerr/Kerr (Der letzte Mohikaner) Das Platov-Camp hatte heute keinen guten Tag. Vielleicht litten sie auch noch an Nachwirkungen des Sturzes vom Morgen. Sinead stolperte in der Diagonalen. Der Wettbewerb verlief enttäuschend für sie, denn sie waren von der Papierform her Topfavoriten für eine Medaille (5).


Damen, Kür

K. Korpi (Phantasia – eine instrumentale Version von Melodien von A.L. Webber, ich erkannte auf jeden Fall das Phantom der Oper) Der unpassende schwarze Gürtel zum grünen Kostüm war zum Glück weg. Kiira machte zwar ein paar Fehler, aber es war insgesamt nicht so schlecht (7).

M. Leung (Terracotta Warriors) Wie immer (8).

M. Cantu (I could have danced all night) Sie sollte sich abgewöhnen, immer den Mund so weit aufzureißen, das sieht so gekünstelt aus. Im Publikum waren ihre Schwester Ana Cecilia und einige Freundinnen, die sie lautstark anfeuerten. Der 3R zum Auftakt war gut, danach kämpfte sie mit den Sprüngen, aber sie dürfte sich darüber gefreut haben, dass sie nicht Letzte wurde und sogar Katy Taylor schlug (10).

K. Taylor (Tchajkovskij Medley) Auch ihr gelang nur ein sauberer Dreifacher, der Rittberger, ansonsten stolperte sie herum, sprang doppelt oder stürzte sogar. Sie ist weit von ihrer Form der letzten Saison entfernt, als sie Vier-Kontinente-Meisterin wurde (11).

V. Marchei (Tango Medley) Auch wie immer (9).

Mao Asada (Czardas) Sie riss den ersten Axel auf und danach hatte sie keine Lust mehr und kämpfte auch nicht mehr. Das zog das ganze Programm herunter. Wir sahen eine ganz andere Mao als im KP. Trainer Rafael Arutunian sagte mir, dass sie sehr ehrgeizig sei und eben immer alles perfekt machen wolle. Wenn dann der Axel nicht klappt dann verliere sie das Interesse. Daran muss sie noch arbeiten. Insgesamt aber lobte er sie sehr für ihr Talent und ihren Fleiß. Im Training waren ihre Leistungen stabil.

E. Hughes: (Sylvia) Sie ist dynamisch, aber auch etwas plump. Drei Sprünge riss sie auf, das kam sie teuer zu stehen (5).

K. Meissner: (Flamenco) Sie hatte recht mit ihrer Bemerkung von gestern, dass der Wettkampf eben noch nicht vorbei sei. Kimmie war sehr kämpferisch und nervenstark. Ihr gelang sogar die 3L-3T Kombi. Stilistisch hat sie sich meiner Auffassung nach ein wenig weiterentwickelt, aber keinen großen Sprung gemacht. Die Musik empfand ich als zu eintönig.

M. Ando: (Violinkonzert von Mendelssohn) Der große Sprung war hier zu sehen. Sie wirkte wie ausgewechselt im Vergleich zum Vorjahr. Da war sie eingeschüchtert und wirkte unglücklich, jetzt attackiert sie und hat neues Selbstbewusstsein. 3L-3R und die anderen Sprünge sind hoch, und auch ihre Pirouetten und Schritte haben ein gutes Niveau.

S. Meier (Stolz und Vorurteil – Filmmusik) Sarah muss sich noch ein wenig besser verkaufen. Ihre stabilen und sauberen Programme werden von den Preisrichtern irgendwie ein wenig übersehen. Nein, sie ist nicht so spektakulär wie die Japanerinnen, aber sie kann auch vieles und das gut. Sie schlug Mao in der Kür und wenn man sie im KP etwas fairer und besser bewertet hätte, dann wäre sie insgesamt Dritte geworden (4).

Mai Asada (Schwanensee) Sie ließ sich von ihrer Schwester anstecken. Ihre Elemente sind nicht so sicher, und sie stürzte zweimal, aber sie hat dennoch Fortschritte gemacht und bei Rafael ihre Technik verbessert (6).


Paare, Kür

Das war leider ein recht schwacher Wettbewerb und ich war froh, als es vorbei war!

Jefajeva/Menschikov: (Scorochio von Bond) gutes Tempo, aber mehrere Fehler (7).

Piatkowska/Chromin: (Musik aus einem polnischen Krimifilm) Sie laufen sehr unsauber, die Elemente sind nicht stabil (8).

Muchortova/Trankov (Elegie von Rachmaninov) Die Solosprünge klappten, das war ein Fortschritt, aber sie liefen noch sehr hakelig. Maria patzte leider bei den Würfen, Maxim bei der Pirouette. Trainer Artur Dmitriev war trotzdem insgesamt zufrieden und sieht sein Paar auf dem richtigen Weg (5).

Vise/Trent (Die Miserablen) Riskierten den 4Wurfsalchow, aber sie landete auf vorwärts und stürzte (6).

Nari Nam/Leftheris (Gayaneh von Chatchaturjan) Sie fingen gut an, mit Tempo und 3T^3T, aber am Ende ließ die Kraft nach. Das Paar hat mir gut gefallen, und sie machen einen sympathischen Eindruck. Die Medaille im ersten GP war natürlich eine nette Überraschung für die zwei (3).

Inoue/Baldwin (Opernmusik von Puccini) Sie nutzen das neue Wertungssystem optimal und bringen ihre Elemente auf Level 4, aber es sieht halt trotzdem nicht gut aus. Ihnen fehlt die Linie, die Harmonie eines echten Spitzenpaares. Er patzt außerdem meistens bei den Sprüngen. Sie stürzte beim 3Wurfaxel (1).

Langlois/Hay (The Notebook – Filmmusik?) Anabelle war von einer Hüftverletzung gehandicapt, aber er patzte auch (4).

Zagorska/Siudek (Chopin Medley) Etwas brav und altbacken, wie sie eben so sind, aber ich habe mich gefreut, dass sie nach dem missratenen KP wieder eine wesentlich bessere Leistung zeigten und die Kür gewannen. Der Toeloop ging bei ihm nur doppelt, und sie stolperte beim Wurfsalchow, sonst war alles in Ordnung (2).


Freitag, 27. Oktober

Das Training begann um 8 Uhr, also ein wenig später als gestern. Ich war sogar früher in der Halle, weil ich noch den website-Report von gestern fertigmachen wollte. Im Training gab es keine besonderen Vorkommnisse. Maria Muchortova/Maxim Trankov waren sehr gut, und alles klappte. Hoffentlich können sie das auch mal im Wettkampf zeigen. Ich sprach mit Maria und wollte ihr ein wenig Mut machen. Sie kann doch alles, ihr fehlt nur das Selbstbewusstsein! Tiffany Vise/Derek Trent standen tatsächlich einen vierfachen Wurfsalchow, hätte ich ihnen nicht zugetraut. Rena Inoue/John Baldwin hatten weiterhin Probleme mit dem dreifachen Wurfaxel.

Eistanz, Originaltanz

Michajlova/Sergejev: Sie waren zögerlich und vor allem die Diagonale wirkte mühsam. Aber insgesamt sehe ich eine Verbesserung bei ihnen, die Twizzles sind nicht mehr ganz so auf der Stelle gedreht (10).

Lefebvre/Markov: Besonders gut fand ich sie bisher auch nicht, er ist schlampig (9).

Hann-McCurdy/Coreno: Sie liefen wie in Zeitlupe. Mir scheint, dass Elemente probieren, die für sie eigentlich noch zu schwierig sind, und derentwegen sie dann sehr vorsichtig laufen (11).

Gregory/Petuchov: er stürzt im Einlaufen in die Bande, aber es ist nichts passiert. Mich stört, dass sie am Anfang mal ziemlich lange auf den Knien rutscht, und auch die letzte Hebung ist hässlich. Er packt sie am Oberschenkel und wirbelt sie herum (2).

Denkova/Staviskij: Der Tango liegt ihnen natürlich. Die Musik ist leider der abgenutzte Libertango, aber Albena sagte mir, dass sie trotz langer Suche nichts gefunden hätten, was ihnen besser gefallen hätte. Das Programm ist exzellent, Maxim ist ganz der coole Straßentänzer, und auch Albena kommt gut rüber. Sie freuten sich über die hohen Levels für ihre Elemente. Nun liegen sie quasi uneinholbar vorne (1).

Kerr/Kerr: Auch sie benutzten den Libertango, allerdings nur im zweiten Teil ihres Programms. Mir gefällt das Programm, sie hatten auch gute Hebungen, aber es reichte nur wieder für Rang 4.

Pechalat/Bourzat: Eine saubere, harmonische Darbietung, aber das Feuer fehlt mir bei den zwei Franzosen (3).

Watanabe/Kido: Sie wirken etwas behäbig, aber sie haben keine schlechten Elemente (7.).

Zaretski/Zaretski: Sie hatten einen ungewöhnlichen Tango (aus dem Film „Mr. und Mrs. Smith“), eine gute Leistung, aber letztendlich reißen mich die beiden nicht vom Hocker. Die letzte Hebung ist unattraktiv. Ich sprach Roman darauf an. Er stimmte mir sogar zu, aber meinte, sie hätten noch keine bessere Idee gehabt. Es handelt sich um eine Rotationshebung, und Alexandra muss die Position wechseln, damit sie einen hohen Schwierigkeitsgrad bekommen.

Navarro/Bommentre: Leider hatten sie den gleichen Tango, zumindestens zum Teil, wie die Zaretskis vor ihnen, daher wirkte die Musik schon nicht mehr so originell.  auf asynchrone Twizzles am Ende der Parallelen liefen sie gut, aber ich fand ihre Darbietung nicht so charakteristisch. Sie waren 4. im OD und blieben 5. insgesamt.


Damen, KP

M. Leung: (Freedom) Ich habe von den angeblichen Verbesserungen in ihrer Sprungtechnik und im Laufstil nicht viel bemerkt (7).

S. Meier: (Concerto de Aranjuez) Sarah war wie so oft sehr überzeugend. Sie brachte eine saubere Leistung, hat ansprechende Choreographie und ich sehe ihr einfach gerne zu (4).

Mai Asada: (Libertango) Sie war im falschen Wettbewerb, der OD ist doch schon vorbei. Sie hat sich in der Tat verbessert, die „toe axels“ sind so gut wie weg, aber der Lutz war unsauber (6).

K. Meissner (Schneesturm von Sviridov) Bei der Musik sah ich natürlich sofort das exquisite Programm von Totmjanina/Marinin vor mir, und dagegen fällt Kimmies Interpretation ab. 3L mit der Hand und 3.

E. Hughes (Carmen) Fortsetzung der spanischen Wochen. Sie patzte in der Kombi (3L unsauber-1T), aber sie hatte eine tolle seitliche Position in der Sitzpirouette, ganz knapp 4. hinter Sarah Meier.

K. Korpi (Spanische Musik) Im Training lief es noch gut heute morgen, aber nun war sie verunsichert. Der Lutz wurde nur doppelt, und die Kombi war gemogelt (8).

V. Marchei (L’Arlesienne/Carmen) Ach ja, wie immer ist sie zu hastig und lag prompt zweimal auf dem Eis (9).

M. Ando (Sheherazade) Sie tritt plötzlich wieder mit viel Selbstbewusstsein und Power auf. 3L-3R etwas geschummelt, wurde aber anerkannt. Das Publikum bejubelte auch ihre Schrittfolge, in der sie den ganzen Körper einsetzte (2).

M. Cantu (Broadway Geklimpere) Es war natürlich nicht leicht für sie, nach Miki zu laufen. Sturz beim Rittberger und auch der Salchow war auf zwei Füßen (10).

K. Taylor (Happy Feet) Leider hat sie sich seit Oberstdorf nicht verbessert. Nach wie vor hat sie sich noch nicht daran gewöhnt, dass sie größer und schwerer geworden ist. 3F Sturz, 1F und nur Niveau 1 und 2 für die anderen Elemente, damit landete sie sogar hinter der Mexikanerin auf Rang 11.

Mao Asada (Nocturne von Chopin) Das beste kam heute mal tatsächlich zum Schluss. Mao-chan zeigte ein wunderschönes Programm, in dem alles stimmte. Die Elemente, die Choreographie, die Interpretation. Zauberhaft (1).


Pressekonferenz

Mao: Ich habe zum ersten Mal für ein komplettes Programm langsame Musik, und ich machte mir darüber ein wenig Sorgen, aber es hat gut geklappt.

Miki: Letztes Jahr machte ich viele Fehler bei den Sprüngen. Die Leute sprachen immer von Miki Ando der Springerin, aber ich wollte zeigen, dass ich auch etwas anderes kann. Ich bin zu meiner alten Trainerin Frau Monna und zu Nikolaj Morozov zurückgegangen. Nikolaj half mir bei den Pirouetten und Schritten. Er und Frau Monna haben mir geholfen, die Miki Ando zu werden, die ich heute bin.

Kimmie: Es ist noch nicht vorbei, es kann noch einiges passieren. Ich habe in meiner Kür auch einiges zu bieten.


Herren, Kür

K. Zelenka: Leider habe ich ihn verpasst, weil ich noch bei der Damen-PK war und dachte, der Wettbewerb fange erst um 21 Uhr an, aber es ging um 20.45 los. Karel blieb 10., aber immerhin war er 8. in der Kür. Bei ihm flog eine Kombi aus der Wertung, weil er eine zuviel machte (der zweite Flip zählte als Sprungfolge).

S. Voronov: (Pearl Harbour) Wie ich schon öfter bemerkt habe, steigert er sich im Wettbewerb im Vergleich zum Training. Er packte fast alles, was er sich vorgenommen hatte. Seine hohen Sprünge erinnern an die seines Trainers Alexej Urmanov. Den beobachte ich natürlich immer gerne, wenn er so würdevoll an der Bande steht. Heute morgen im Training stürzte Sergej schwer direkt vor seiner Nase, aber Alexej zuckte nicht mal mit der Wimper und tat so als habe er nichts bemerkt, während der arme Junge sich mühsam wieder aufrappelte (7. – und viertbeste Kür). Sergej war insgesamt zufrieden mit diesem Wettbewerb.

Y. Nanri (Carmen) Auch heute wirkte er wieder recht unkontrolliert (11).

N. Young: Musste wegen Krankheit nach dem Einlaufen aufgeben.

S. Smith: Er schafft es, sogar zu der tollen Musik aus dem Romeo-und-Julia-Film mit Leonardo DiCaprio langweilig zu laufen (6).

C. Mabee (Tango Medley) Na ja, nicht so ganz sein Tag. Viele Unsauberkeiten, und auch das Programm insgesamt litt unter den Fehlern (9).

N. Oda: (4. Symphonie von Tchajkovskij) Die Musik ist zu schwer für ihn. Sie ist nicht mitreißend, eigentlich ist es keine gute Eislaufmusik, und daher wurde sie wahrscheinlich auch wohl noch nie oder selten benutzt. Nobunari selbst fühlt sich damit noch nicht so wohl, wie er erzählte. Technisch war er gut (1).

A. Preaubert (Die Maske, Mike Hammer u.a.) Mit dem Clownprogramm überspielen er und seine Trainerin geschickt seine Schwächen, denn Alban läuft weder besonders elegant noch sind seine Sprünge technisch wirklich gut. Aber bis auf einen Sturz beim 3S klappte alles, und der Franzose freute sich zu Recht über seine erste Medaille im Senioren-Grand Prix (3).

E. Lysacek (Carmen) Er war heute klar der beste, lief mit Leidenschaft und Power, alles klappte bei ihm. Er gewann zu Recht die Kür und war insgesamt genauso zu Recht Zweiter, weil er ja im KP versagt hatte.

S. Davydov (Don Quixote) Er läuft wieder besser als in den letzten zwei Jahren, ist insgesamt etwas nichtssagend. Am Ende ließ er nach (5).

K. v.d. Perren (Reflections on Earth) Es gelang nicht alles, er machte den Axel nur doppelt, und wenn er nicht so gut drauf ist, fallen seine Schwächen wie Leerlauf und einfache Pirouetten mehr ins Auge (4).


Donnerstag, 25. Oktober

Pflichttanz, in Startreihenfolge

Watanabe/Kido: sie wirkten sicher und routiniert, aber ihnen fehlt die Leichtigkeit (6.)

Kerr/Kerr: Nett gemacht, mit ansprechender Choreographie, für die sie auch viel Beifall erhalten. Es war eine spielerische Interpretation des Walzers. (4.)

Hann-Mcurdy/Coreno: Sie wirkten etwas steif. Viktor Kraatz erlebt sein Debüt als Trainer im Senioren GP und stand ernsthaft an der Bande. Schön, dass er wieder dabei ist! (11.)

Matthews/Zavozin: Sie ist zu dünn. Ihre Arme und Beine ragen wie dünne Stecken aus dem Kleid. Sie zeigten hohe Bögen. In der Kiss&Cry hält Morgan die Hand ihres Partners und die ihrer Trainerin als habe sie Angst vor dem Verdikt der Jury. (5.)

Zaretski/Zaretski: Da sie etwas klein und stämmig sind, wirkt ihr Walzer nicht so großzügig und ihr Spurenbild kleiner (7.).

Michajlova/Sergejev: Ihr Trainer Alexander Zhulin war wegen seiner Verpflichtungen in der russischen TV-Show noch nicht angereist, und sie taten mir ein wenig leid, wie sie so ganz alleine aufs Eis gingen. Es fehlte etwas an der Einheit und sie liefen verhalten. Pflichttänze waren ja noch nie ihre Stärke (9.).

Pechalat/Bourzat: Sehr flüssig und sauber, kam gut rüber und brachte eine verdiente, wenn auch überraschende Wertung (3.).

Gregory/Petuchov: Sie hatten Schwung und liefen selbstbewusst. Der 2. Platz war gerechtfertigt.

Lefebvre/Markov: Im zweiten Pattern rutschte sie aus, und er konnte sie gerade noch festhalten. In einem Feld, das sich wenige offensichtliche Fehler leistete, war das natürlich tödlich (10.).

Denkova/Staviskij: Sehr sicher, exakt und kantenrein, sie Tempowechsel im Tanz zeigten sie ganz genau. Das war souverän der 1. Platz natürlich.

Navarro/Bommentre: Auch eine ordentliche Leistung, aber sie wirkten ein wenig schwerfällig (8.).


Hier ein paar Stimmen (meine Kurzinterviews)

Gregory/Petuchov

Q: Wie habt ihr den Start in den Wettkampf empfunden?

Denis: Großartig. Es macht Spaß, nach der Olympischen Saison wieder anzufangen und neue Dinge zu trainieren, insbesondere hier in Hartford. Wir freuen uns darüber, ein neues Image zu schaffen und unser Eislaufen auf ein anderes Niveau zu bringen. Wir sind zufrieden mit allem, was wir den Sommer über geleistet haben.

Q: Ihr habt den Trainer gewechselt, was hat sich zum Beispiel im Pflichttanztraining für euch geändert?

Melissa: Gennadi (Karpanosov) ist sehr pingelig bei jedem Schritt, jeder Kante, jedem Beat. Daher haben wir jeden Tag hart mit ihm gearbeitet, um unsere Technik, unsere Kanten und die Qualität zu perfektionieren. Uns gefällt das sehr gut, und wir haben davon profitiert.

Denis: Wir arbeiten sehr gerne mit ihnen zusammen. Wir fühlen uns sehr sicher mit ihnen.

Q: Wie gefällt euch der Westminster Walzer?

Melissa: Es ist ein netter Tanz. Er ist weich und fließend. Er ist von den Schritten her nicht so kompliziert wie der Goldene Walzer, aber wenn du dich mit jedem Schritt genau befasst und mit dem Timing, dann kann er auch schwierig sein.

Denkova/Staviskij

Q: Was war das für ein Gefühl, das erste Mal nach der WM wieder im Wettbewerb aufs Eis zu gehen?

Maxim: Zuerst waren das ganz widersprüchliche Gefühle, denn wenn du im Zug zum Wettkampf fährst, dann ist das ein Gefühl als würdest du sonst wohin fahren, aber nicht zum Wettbewerb! Wir sind daran gewöhnt, mit dem Flugzeug anzureisen, an lange Flüge, und jetzt sind wir das erste Mal zu Skate America gekommen, es war so nah (sie trainieren in Newark/Delaware). Also kam es uns gar nicht so vor, als wären wir zum Wettbewerb gefahren. Aber eigentlich ist das der Verdienst unserer Trainer, denn sie führen dich so zum Start, dass du überhaupt nicht nervös bist. Sie haben uns sehr gut vorbereitet, und wir fühlen uns gut. Das Publikum unterstützt uns sehr.

Albena: Hier sind nicht viele Leute, aber die bulgarischen Fans sind zahlreich!

Maxim: Ja, das sind alles unsere Leute!

Albena: Wir haben tatsächlich spät mit den Vorbereitungen für die Saison angefangen.

Maxim: Ja, wir konnten uns nicht entscheiden – laufen wir noch ein Jahr oder nicht. Wir entschieden uns erst Ende Juni. In Bulgarien war das Leben so süß und schön, dass wir gar keine Lust hatten, von dort wegzufahren. Tatsächlich hatten wir dort viel zu tun. Am Ende haben wir uns dafür entschieden, noch ein Jährchen zu machen. Wir wollten der Konkurrenz keine Ruhepause geben!

Albena: Ich wollte sagen, dass wir zwar spät mit der Vorbereitung angefangen haben, uns aber viel besser vorbereitet fühlen als in früheren Jahren, weil uns unsere Programme sehr gut gefallen und sowohl der Orginaltanz als auch die Kür unserem Geschmack entsprechen. Wir gehen vielleicht psychologisch anders an das Training heran, wir haben wirklich Freude, an allem was wir tun und sind erwachsener geworden. Niemand zwingt dich zu irgendwas.

Q: Und ihr müsst auch niemandem mehr etwas beweisen.

Albena: Ja, wir sind schon Weltmeister geworden, ob nun einmal mehr oder weniger (spielt keine so große Rolle), natürlich trainiert ein Sportler, um erster zu werden, aber wir haben einfach Freude daran.

Q: Der Walzer liegt euch auch.

Maxim: Der Walzer gefällt uns, ja, und überhaupt haben wir ganz gute Pflichttänze. Alexej Gorschkov hat damals viel Wert auf die Pflichttänze gelegt, und Gennadi Michajlovitch (Karpanosov) gilt überhaupt als einer der weltweit besten Pflichttanzspezialisten. Daher arbeiten wir sehr viel an den Pflichttänzen. Wir wissen genau, dass das der erste Tag ist, hier wird der Grundstein gelegt, und von dort aus kannst du dich nach oben oder nach unten bewegen. Daher bemühen wir uns immer sehr, die Pflichttänze gut zu laufen. Vielleicht fehlte es früher noch etwas an der Präsentation und der Lockerheit.

Albena: Früher haben wir in der Pflicht nicht so auf den Ausdruck geachtet, aber jetzt sagen uns die Trainer, dass wir an die Pflicht wie an eine beliebige Kür oder einen OD herangehen sollen.

Maxim: (Sergej) Petuchov hat auch mit uns daran gearbeitet, aber vielleicht konnte er es nicht so gut vermitteln oder wir haben nicht genug Zeit dafür aufgewendet, oder wir haben ihn nicht richtig verstanden, jedenfalls war es nicht genug. Aber jetzt denken wir gar nicht daran, was wir machen müssen, wir laufen den Tanz einfach ganz ruhig.

Q: Ihr seid ja auch schon ein erfahrenes Paar und lauft seit zehn Jahren zusammen.

Maxim: Ja, und bei der Europameisterschaft können wir ein Jubiläum feiern.

Pechalat/Bourzat

Nathalie: Wir sind sehr zufrieden, weil wir das erste Mal in den Top drei (beim Grand Prix) sind. Das ist recht beeindruckend, auf jeden Fall für uns. Wir sind sehr gut gelaufen. Glücklicherweise sind unsere Schlittschuhe doch noch rechtzeitig angekommen, und wir sind schnell wieder reingekommen. Wir haben einen Wettbewerb auf hohem Niveau abgeliefert und hoffen, dass es so weitergeht. Wir hatten ein Training heute morgen, wir haben das Eis gefühlt und konnten uns an die andere Größe der Eisbahn gewöhnen.


Herren, KP

S. Voronov: (2. Klavierkonzert von Rachmaninov) Er stand den Flip, der im Training gar nicht ging, aber es wurde nur 3F-2T, und der 3A hatte keinen Auslauf. Insgesamt war er aber verbessert, wenn er auch nicht wirklich viel Charisma hat. Er war zufrieden und hofft, dass er noch ein paar Leute überholen kann. „Viel Vorsprung habe ich denen nicht gelassen“, bemerkte er (9.).

K. v.d.Perren: (Adagio, moderne Version) Der Jubel bei ihm und Publikum war groß, als er den 3A stand, mit dem er die ganze Zeit gekämpft hatte. Die Pirouetten sind nicht so gut, und auch in den Komponenten ist Kevin noch nicht so stark, aber trotzdem hätte ich ihn wohl vor Ryan Bradley gesehen. Es war ja auch knapp (5.).

R. Bradley: Ist mal wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Er ist ein ziemlicher Clown, die Art Polka passte gut zu ihm, aber ich fand sein Gehampele und die Grimassen ein wenig albern. Das Kostüm war grell – blaue Hose, gelbes Hemd, orangefarbene Hosenträger und eine grüne Krawatte – uh! Technisch war er besser als erwartet mit 3A, 3F-3T, 3Lz, aber die Pirouetten und Schritte waren einfach, bei der letzten Pirouette stolperte er noch obendrein (4.).

S. Davydov: (Mondhymne von E. Monolides) Ich war überrascht, dass er diese Jahr noch dabei ist. Aber er wirkte im Training recht sicher. 3A m/Hand, ansonsten ganz ok. (6.)

Y. Nanri: (Zwei Gitarren – russ. Volksmusik) Das ging daneben. Er wackelte schon in der Kombi, dann stolperte er beim 3A und machte nur 1Lz. Er ist eine wilde Erscheinung. (12.).

K. Zelenka: (Blues for Klook von E. Louis) Entschloss sich klugerweise zum 2A, weil der 3A im Training nicht klappte, ärgerlicher war, dass er den 3T in der Kombi auf vorwärts stand. Darüber war er sehr enttäuscht. Er sagte, dass er meistens Probleme im KP habe, vielleicht weil er zu nervös ist (10.).

N. Young: Er patzte bei den Sprüngen. Er hat wieder einen ziemlichen Musikmix von 4 Stücken. Eigentlich ein unterhaltsamer Läufer, der versucht, sich ein wenig abzusetzen (11.).

E. Lysacek: (Passion von P. Gabriel) Kein Auftakt nach Maß für den WM-Dritten. 3A total schief und m/Hand, 3Lz-3T der T auf der Zacke, 3F ok, er holte wieder einiges bei Pirouetten und Schritten raus. Ich fand es recht großzügig, dass der Axel und der Toeloop nicht abgewertet wurden (3.).

S. Smith: (Night Train, so eine Art Swing Musik) 3A, 4S Sturz, 3R m/Hand? Er ist nach wie vor ziemlich langweilig und bringt nichts rüber. Ich sehe keine Fortschritte in der Präsentation bei ihm. (8.)

A. Preaubert: (Nacht auf dem Kahlen Berge/Hummelflug) Schon im Training war er sehr sicher, und auch im Programm stand er alles – 3A, 3F-3T, 3Lz, erhielt nur Level 4 für die Pirouetten und level 3 für die Schritte. Er erfüllt die Anforderungen, aber es sieht bei ihm alles nicht so elegant aus. Für seine Größe hat er ein schnelles Drehmoment, daher steht er seine Schleudersprünge. Das Programm ist auch im zweiten Jahr noch witzig und kommt gut an. Das Kostüm ist neu, er trägt unter der Jacke ein gelb-schwarzes Shirt, das wohl die Wespe symbolisieren soll, die er jagt. Neues personal best und Platz 2.

N. Oda: (Fly me to the Moon) Er ist erwachsener geworden. Sehr saubere, schöne Sprünge (3A, 3Lz-3T, 3F), exzellente Pirouetten, klar der Beste heute abend, auch die Komponenten überzeugten. Neues PB und 1.

C. Mabee (Blues): 3A ok, aber 3Lz wacklig-2T auf vorwärts (zu 1T abgewertet), 3F, insgesamt fiel er im Vergleich zu Oda natürlich ab, auch wenn er kein schlechter Läufer ist (7.).


Kurzinterview

A. Preaubert: Das Programm lief sehr gut, die Sprünge, die Pirouetten, die Schritte. Ich hatte guten Kontakt zum Publikum und hoffe, dass ich diese Leistung morgen bestätigen kann. Ich hatte ein sehr gutes Sommertraining in Courchevel mit (Trainerin) Annick (Dumont), und ich bin gut vorbereitet. Das war ein Start in eine gute Saison für mich. Seit einem Jahr habe ich in jedem Wettbewerb jeweils ein neues personal best erzielt. Das ist ein gutes Zeichen! Es macht mir Mut, und ich hoffe, bei der Trophee Bompard 75 (Punkte) zu erreichen.

Mixed Zone

E. Lysacek: Den einzigen Druck, den ich heute hatte, war ein neues Kurzprogramm zu zeigen. Das ist ein Programm, das ein wenig anders als meine bisherigen ist, ich probiere neue Bewegungen aus. Ich habe 100 Prozent gegeben, wie immer, und manchmal bin ich großartig, und manchmal muss ich ein wenig kämpfen, um auf den Beinen zu bleiben, wie heute. Ich freue mich darauf, es besser zu machen. Es ist ein Anfang, kein perfekter, aber es ist ein Anfang für die Saison.

Von Nobunari Oda gab es leider nur einen Satz, da sein Englisch nicht so gut ist und kein Dolmetscher einsprang.

N. Oda: Ich hatte heute einfach nur Spaß am Laufen. Ich bin nicht hier um zu gewinnen, sondern einfach für mich selbst.

Paare, KP

Muchortova/Trankov (Musik von Artur Schnittke, sie wissen den Titel nicht) sie springt nur 2T und steigt beim 3WR um, schade, denn das Programm ist eigentlich toll. Es gab noch ein paar Minuspunkte hier und da und sie waren 5.

Jefajeva/Men’schikov (Musik von Saint Preux) alles lief gut, einschließlich 3S bis zur Hebung, die sie vorzeitig abbrechen mussten, aber wenigstens war die Mindestanforderung erfüllt, so dass es noch einen Level 1 gab (6.).

Inoue/Baldwin: („The Soul of Spain“) Die Kostüme passten farblich gar nicht zusammen. Er war eher klassisch mit schwarzer Hose, weißem Hemd und roter Weste gekleidet, sie dagegen trug ein gelbes Kleid mit bunten Applikationen. 2A sie steigt um, sie riskierten den WA3, sie touchiert mit der Hand. Das war mutig, denn der Wurf wollte im Training nicht klappen. 2Tw war knapp, die Spirale langsam, insgesamt kein so überzeugender Auftritt, aber es reichte zum Sieg heute.

Nari Nam/Leftheris: (La Cumparasita) Wir haben spanische Wochen, wie es scheint. 3T hervorragend, und auch sonst klappte alles sehr gut, sie hatten viel Power. Für mich waren sie heute die besten (2.).

Vise/Trent: Sie springt links herum, dreht die Pirouetten auch links herum, aber das kann man auch gut für interessante Choreographie einsetzen. Technisch waren sie nicht so gut, er stürzt beim (abgewerteten) Toeloop (7.).

Zagorska/Siudek: (polnische Filmmusik) Sie haben darum gebeten, in ihrer letzten Saison als Siudek/Siudek geführt zu werden. Leider war es heute ein Reinfall für sie. Er stürzt beim 3T, sie in der Paarpirouette, die ohne Punkte blieb (4.).

Langlois/Hay: (Blues) Sie nutzten die Gunst der Stunde, waren nicht schlecht. Sie haben einen dreifachen Lutz als Wurf aufgenommen, sie stand ihn auf zwei Füßen. (3.).

Piatkowska/Chromin: (Chak Chak Tango) Weil ich runter an die Preisrichtertribüne musste, habe ich sie verpasst und sah nur auf der Videoleinwand in der Wiederholung, dass sie den 3T auf vorwärts stand und auch sonst gab es wohl ein paar Fehler (8.).


Dienstag, 24. und Mittwoch, 25. Oktober

Ich kam am Dienstag abend an, und schon auf dem Flug von Washington nach Hartford waren einige Eisläufer, Trainer und Preisrichter mit dabei. Auch Mao und Mai Asada saßen mit im Flugzeug, und so war es keine Überraschung, dass ein japanisches TV-Team uns schon erwartete und die Schwestern noch am Gepäckband interviewte. Einer hat ja immer kein Gepäck, diesmal erwischte es Artur Dmitriev.

Das Hotel ist praktischerweise fast neben der Eishalle gelegen und sogar direkt mit ihr verbunden, so dass man keinen Fuß vor die Tür setzen muss. Es ist auch schon recht kalt und windig hier, aber andererseits tut frische Luft auch mal gut.

Am Mittwoch hatten wir den ersten Trainingstag, und fast alle Läufer waren eingetroffen und auf dem Eis. Es fehlten eigentlich nur Kimmie Meissner und Mira Leung. Die französischen Eistänzer Nathalie Pechalat/Fabien Bourzat waren ohne Gepäck und ohne Schlittschuhe. Sie trainierten ihre Kür in der Kiss & Cry Ecke auf dem Boden, während ihre Musik gespielt wurde. Mascha Muchortova/Maxim Trankov machten einen guten Eindruck, und gleich interessierten sich einige Journalisten für sie. Maxim antwortete so gut er konnte auf die Fragen und erzählte, dass sie sich mit Artur Dmitriev als Trainer sehr wohl fühlten und dass sie hart an ihrer Präsentation gearbeitet hätten. Maria, die kein Englisch versteht, stand daneben und ließ sich übersetzen, was Maxim zu sagen hatte. Artur kam schließlich und scheuchte sein Paar in die Umkleidekabine. Die Polen Dorota Zagorska/Mariusz Siudek (jetzt laufen sie als Siudek/Siudek) sagten, wie sehr sie sich freuen, dass sie doch noch zu Skate America eingeladen wurden, denn hier seien sie nie gewesen. Das ist bei ihrer langen Karriere wirklich verwunderlich!

Ich habe mich außerdem noch mit Albena Denkova unterhalten. Sie berichtete, dass die Wahl zur Verbandspräsidentin völlig überraschend gekommen sei. Man habe sie zunächst nur gefragt, ob sie für den Vorstand kandidieren wolle, und das habe sie getan, aber dann sei sie einstimmig zur Präsidentin gewählt worden. Das ist auch ein Novum!

Mao Asada zeigte ein paar 3A im Training, sie wirkte eigentlich schon recht gut in Form. Miki Ando hat sich anscheinend von der schwachen vergangenen Saison erholt, wirkt wieder viel fröhlicher und sicherer. Vielleicht hilft ihr, dass die Aufmerksamkeit sich nun mehr auf Mao-chan richtet. Katy Taylor sah etwa so aus wie in Oberstdorf, d.h. noch nicht so gut.

Im Eistanzen war ich natürlich besonders auf die neue Kür von Denkova/Staviskij gespannt. Wenn man das Konzept kennt – das Programm heißt „Die sieben Todsünden“ – machen die in die Musik eingeworfenen lateinischen Vokabeln auch Sinn. Natalia Michajlova/Arkadij Sergejev sind noch ohne Trainer da, weil Alexander Zhulin wegen seiner Verpflichtungen in der Show erst am Donnerstag anreisen kann.