HOME
NEWS
SAISON 2008/2009
Reports
Interviews
SAISON 2007/2008
Reports
Interviews
Karel Zelenka
Annette Dytrt
Domnina/Schabalin
Sergej Voronov
Peter Liebers 2
Alexander Uspenskij
Chochlova/Novitskij
Andrei Griazev
Peter Liebers
Michal Brezina
Franz Streubel
Kristoffer Berntsson
Ari-Pekka Nurmenkari
SAISON 2006/2007
SAISON 2005/2006
PHOTOS 2008/2009
PHOTOS 2007/08
PHOTOS 2006/07
DATES
LINKS
CONTACT
GUESTBOOK

Interview mit Peter Liebers

September 2007 in Oberstdorf, Nebelhorn Trophy

Q: Schön, dass du nach der langen Pause wieder da bist. Kannst du uns bitte noch einmal genau erzählen, was vor einem Jahr passiert ist?

P: Ich bin bei demselben Schritt, den ich heute auch gelaufen bin, beim Längsschritt im Kurzprogramm, gleich in der ersten Drehung hängengeblieben und habe mir das linke Wadenbein gebrochen. Dann haben sie mir Platten eingesetzt und ein paar Schrauben zum Fixieren und ich war ungefähr bis Dezember völlig außer Gefecht gesetzt. Dann habe ich langsam wieder angefangen, war auch hier zur Deutschen in Oberstdorf gewesen, habe ein bisschen trainiert nebenbei, aber konnte nur Rittberger, Flip und Lutz machen, der Rest ging nicht. Ich habe ein bisschen trainiert und habe versucht zur JWM fit zu werden, ich habe auch den Salchow hinbekommen, aber Axel und Toeloop konnte ich nicht machen, da haben die Platten zu sehr gestört. Dann haben wir uns sofort entschieden, und als ich wusste, ich kann nicht zur JWM fahren, haben wir es so geregelt, dass Philipp (Tischendorf) auch nicht mehr diesen extra Entscheid (für die JWM) laufen musste. Dann haben wir sofort Anfang März die Platten rausnehmen lassen. Ich musste noch ein paar Wochen aussetzen, denn es musste extra noch mal aufgemacht werden (das Bein). Da hatte ich noch mal drei, vier Wochen, wo ich nichts machen durfte. Aber dann auch mit sehr viel Unterstützung der Physiotherapeuten bei uns im Olympiastützpunkt habe ich es dann eigentlich relativ schnell hingekriegt, aber wahrscheinlich dann doch zuviel mit rechts gemacht, unbewusst, weil ich durch die lange Zeit immer vorsichtig mit links gewesen bin und dann wahrscheinlich doch rechts eine zu große Belastung hatte. Es ging auch alles, ich habe recht schnell den Dreifachaxel hingekriegt und den Rest auch wieder, aber dann wurden die Knieprobleme immer schlimmer, es fing schon vor den Sommerferien an, da habe ich auch die Physiotherapie wieder gemacht, habe versucht, es hinzukriegen, dachte, jetzt ist es wieder ok, dann hat es nach den Sommerferien wieder angefangen. Dann habe ich vor zwei Wochen Cortisonspritzen ins Knie gekriegt und seitdem geht es wieder schmerzfrei, mal wieder. Das ist sehr ungewohnt gewesen, aber es war sofort sehr befreiend, dann zu laufen. Die Sprünge waren ganz anders, und dann war eigentlich sofort klar – Nebelhorn probiere ich.

Q: Wie schwer ist es denn, sich in so einer langen Verletzungsphase zu motivieren und nicht zu sagen, jetzt habe ich keine Lust mehr und schmeiße alles hin? Hast du an so was auch gedacht?

P: Nein, eigentlich gar nicht. Ich war eigentlich die ganze Zeit motiviert, vor allem dann auch, weil ich nicht dabei war. Ich habe in Oberstdorf die anderen zur Deutschen (Meisterschaft) gesehen und habe gedacht, wenn du fit gewesen wärest, hättest du da auch mit vorne dabei sein können und dann hättest du vielleicht zur JWM oder EM fahren können, wäre alles vielleicht drin gewesen. War natürlich ärgerlich, aber das hat mich extra motiviert, muss ich ehrlich sagen. Das hat mich nicht fertig gemacht, sondern motiviert, weil ich wusste, wenn ich wieder da bin, dann kann ich das alles.

Q: Du hast also das Kurzprogramm behalten, was du für letztes Jahr einstudiert hattest. Was ist das für Musik?

P: Die Musik ist „Das Vermächtnis der Tempelritter“, der Film. Eigentlich ist es das Kurzprogramm, was ich auch letztes Jahr laufen wollte, ich habe nur die eine Drehung, bei der ich mir das Bein gebrochen habe, rausgebaut, der Rest ist alles gleich. Clemens (Brummer) hat jetzt genau dieselbe Drehung, da kann ich nicht hingucken, wenn er es macht, da habe ich irgendwie so ein komisches Gefühl, aber ansonsten habe ich überhaupt keine Probleme. Die Kür ist umgeschnitten, ein bisschen neue Musik zu dem Kurzprogramm, was ich 2006 zur JWM gelaufen bin.

Q: Ach, das schöne Programm zu asiatischen Motiven.

P: Genau, das ist jetzt einfach etwas umgeschnitten, etwas neue Musik ist dazugekommen, da habe ich noch ausgesucht, was dazu passt.

Q: Selbst ausgesucht?

P: Ja, und ich schneide auch selbst. Martin schneidet seine Musik auch selbst. Die Choreographie habe ich mit René Lohse gemacht.

Q: Du bist ja zusammen mit deinem Bruder in diesem aber auch in anderen Wettbewerben. Wie ist das – unterstützt ihr euch gegenseitig oder ist der Konkurrenzgedanke doch sehr groß?

P: Überhaupt nicht. Wir unterstützen uns gegenseitig und freuen uns, wenn der andere gut läuft und machen dem anderen auch Mut, wenn es jetzt nicht so gut war. Konkurrenz ist da eigentlich weniger.

Q: Schaut ihr euch gegenseitig zu, wenn’s geht?

P: Ja. Heute ging’s. Martin hat bei mir auch zugeguckt und mir erzählt, dass er sehr aufgeregt war bei mir, bei sich überhaupt nicht. Ich war noch mit mir selbst beschäftigt, weil ich danach noch selbst laufen musste, aber ich glaube, ich wäre genauso aufgeregt gewesen, wenn ich schon gelaufen wäre und dann ihm hätte zugucken müssen.

Q: Dann habe ich gehört, du hast hier im Training deinen ersten vierfachen Toeloop gestanden.

P: Ja, gestern (26. September). Es war überhaupt mein erster vierfacher Toeloop. Ich hatte schon nach der JWM 2006 in Berlin sehr gute Versuche gemacht, dann kam halt alles mögliche dazwischen. Dann hatte ich vor den Sommerferien ein paar gute Versuche, aber das war nun wirklich der erste. Das Eis ist hier auch Unterschied wie Tag und Nacht zu Berlin, das ist eine sehr gute Qualität hier, und man merkt es. Man merkt, es geht super klasse und man ist noch extra motiviert, und dann funktioniert es. Der war gestern einfach da gewesen. Ich habe es bei den Dreifachen gemerkt, super, und die zwei ersten vierfachen Versuche waren richtig gut, und da habe ich gedacht, den kannst du jetzt stehen, da musst du dranbleiben, und dann kam er.

Q: Und wie ist das so? Was ist dir durch den Kopf gegangen, als du ihn gestanden hattest?

P: Ich dachte „endlich“! Ich wollte ihn schon längst haben. Große Freude, natürlich.

Q: Wie sehen deine nächsten Pläne aus?

P: Wir werden erstmal in Nizza laufen international, dann vielleicht noch einen von den zwei (Wettbewerben) in Zagreb, weil dort die EM ist, deswegen wäre das sehr interessant. Dann national Berliner Meisterschaft, vielleicht läuft man den Zwingerpokal in Dresden wegen der neuen Halle, und dann geht’s eigentlich um die Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft. Das ist dann erstmal das große Ding.

Q: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die nächsten Wettbewerbe!