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Q: Wie fällt Ihre Bilanz seit der Rückkehr zum Einzellauf und die Bilanz der Saison bisher aus?

A: Ich bin sehr froh, dass ich mich entschieden habe weiterzulaufen.Es war schon ein sehr tiefes Loch, in das ich gefallen bin. Vor allem nach dem Paarlaufen, weil Norman ja dann plötzlich aufgehört hat. Ich wusste nicht, was ich genau mache, aber ich habe gemerkt, dass es ohne Eislaufen bei mir gar nicht geht und dass ich den Sport liebe und deswegen freue ich mich, dass ich jetzt wieder hier bin. Natürlich habe ich bei der Deutschen schon mehr erwartet. Ich war bereit, den Wettkampf zu gewinnen. Leider hat es dann in der Kür nicht so geklappt und auch nicht gereicht. Meine große Motivation war dann die EM. Da habe ich mich dann voll drauf fokussiert. Damit bin ich dann auch recht zufrieden, nach fast einem Jahr Pause kann man sagen. Also der 9. Platz nach dem KP war eigentlich kaum zu glauben. Da hat keiner dran gedacht und ich selbst auch nicht so. Klar ist, dass ich unter die Top 10 kommen wollte nach der Kür. Schade, dass es nicht gereicht hat es “nur” der 12. Platz war. Aber mein Trainer war mit der Leistung sehr zufrieden und hat gesagt, dass es natürlich Sachen gibt, die man noch jetzt bis zur WM aufbauen muss. Aber sonst lief die Saison für mich eigentlich recht positiv.

Q: Sie zeigen gute Leistungen im Training, aber es gelang noch nicht immer, das im Wettkampf umzusetzen. Was wollen Sie tun, um das zu erreichen?

A: Ich habe mich nach der EM gleich ans Telefon gesetzt und rumtelefoniert. Mit  Frau Krick und Herrn Dönsdorf habe ich Gespräche geführt und auch mit der Sportpsychologin Petra Weber, die mit Carolina Kostner arbeitet. Aber Frau Weber meinte, dass es bis zur WM zu knapp ist und sie möchte jetzt daran nichts mehr ändern. Ich soll weiter so trainieren wie immer, auch motiviert trainieren und selbst zu versuchen mich zu konzentrieren, einfach selbst an mir arbeiten. Sie wollte da jetzt nichts durcheinander bringen. Aber auf jeden Fall findet nach der WM dann ein großes Gespräch mit der DEU (Deutschen Eislauf-Union) statt und dann gucken wir weiter. Also ich werde mich mit einer Sportpsychologin auf die kommende Saison vorbereiten.

Q: Wie wirkt sich das Training mit Carolina, Tomas, Kristin Wieczorek und anderen hier in Oberstdorf für Sie aus? Wie ich gesehen habe, trainieren Sie mit ihnen zusammen und es ist wahrscheinlich meistens so?

A: Ja, es ist sehr motivierend. Ich bin wirklich froh, dass ich den Schritt nach Oberstdorf gemacht habe. In München war es dann doch etwas schwierig, da ich teilweise alleine trainiert habe und da fehlt dann die Motivation. Carolina ist ein Vorbild für mich. Ich sehe sie nicht als Konkurrentin, sondern als Vorbild, so wie sie arbeitet. Und deswegen finde ich, dass ich da viel abschauen konnte und mich motiviert die Arbeit mit den Spitzensportlern sehr.

Q: Wie unterscheidet sich das Training bei Karel Fajfr vom Training bei Ihren früheren Trainerinnen Jeanette Folle, Ilona Schindler?

A: Frau Schindler war eigentlich nur vorübergehend meine Trainerin, also dazu kann ich nicht viel sagen, weil ich nur kurz bei ihr war. Zwei, drei Monate, länger war das nicht. Aber von Frau Folle unterscheidet es sich, dass ich bei Herrn Fajfr mehr mache als bei ihr. Also wir springen mehrmals in der Stunde. Wir laufen täglich die Programme durch. Er hetzt mich mehr, sag ich mal. Also es ist eine sehr nette Arbeit, wir kommen super miteinander aus, aber es ist hart. Er nimmt mich schon hart dran und möchte, dass ich wirklich täglich meine Programme laufe, was mir sehr gut tut. Ich merke auch, dass ich, seit ich bei ihm bin, auch öfter fehlerfreie Programme laufe. Ja, ich fühle mich bei Wettkämpfen sicherer, vor allem vom Kopf her. Auch wenn es manchmal noch nicht so ganz klappt. Aber es waren jetzt schon in der Saison ein paar fehlerfreie Programme dabei im Wettkampf und das tut mir gut.

Q: Was hat die Paarlauf-Erfahrung Ihnen gebracht? Bereuen Sie es, dass Sie eine Saison “verloren" haben oder sind sie froh, dass Sie es mal ausprobiert haben?

A: Ich bereue, dass ich die Saison verloren habe. Es war doch schwierig wieder reinzukommen, vor allem wegen der Motivation ganz am Anfang. Also ich wollte ja ganz aufhören. Aber ich muss sagen, ich bin froh, dass ich den Schritt gemacht habe. Weil ich jetzt weiß, dass ich keine Paarläuferin bin, dass ich doch lieber Einzelläuferin bin und hätte ich das nicht gemacht, dann hätte ich vielleicht nochmal mit dem Gedanken gespielt. Der kommt jetzt nicht mehr und das ist jetzt abgeschlossen.

Q: Wie bereiten Sie sich auf die WM vor? Was sind Ihre Ziele?

A: Das Training läuft im Moment sehr gut und ich bin auch recht zufrieden. Wie gesagt, ich versuche auch psychologisch ein bisschen mit mir zu arbeiten. Also ich lese ein paar Bücher und mache auch Autogenes Training, solche Sachen probiere ich.  Ich versuche mich zu konzentrieren. Wir laufen täglich die Programme durch. Das läuft auch ganz gut und so bin ich recht zufrieden im Moment. Mein Ziel bei der WM: also ich habe mit meinem Verband geredet, mit Herrn Dönsdorf und er hat gesagt, wenn ich unter die ersten 18 komme, ist er sehr zufrieden mit mir. Ansonsten denke ich nicht über eine Platzierung nach, das ist nicht immer sehr gut. Ich möchte einfach wirklich wieder ein sehr gutes Kurzprogramm zeigen und wir überlegen, ob wir einen Lutz machen statt des dreifachen Salchows aus dem Schritt. Ob dann der Lutz aus dem Schritt kommt, der klappt einigermaßen gut. Ansonsten möchte ich mich bei der Kür steigern. Also es soll schon besser sein als bei der EM.

Q: Wie geht es weiter - haben Sie schon Pläne für die nächste Saison?

A: Da gibt es nach der WM auch ein Gespräch mit dem Verband und dann entscheiden wir, wie es weitergeht. Auf jeden Fall bin ich motiviert. Mein Ziel ist, 2010 dabei zu sein und wir gucken, wo wir unsere neuen Programme machen und ob ich vielleicht auch im Sommer mal wieder in Amerika trainiere. Also da schauen wir nach der WM, was der Verband sagt.

Q: Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück für die WM!