Interview Kamila Hajkova/David Vincour Ice Dome, Oberstdorf, Juli 2008
Q: Wenn ihr zurückblickt, wie fällt eure Bilanz der vergangenen Saison aus? David: Wir waren zufrieden mit der vergangenen Saison, weil wir zum Glück den GP in Russland bekommen haben, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Wir hatten die Saison spät angefangen, erst im September/Oktober. Der erste Wettbewerb war in Dortmund. Wegen meiner Krankheit haben wir spät angefangen. Wir sind froh, dass wir ins Finale bei der WM gekommen sind und dass wir mit dem 17. Platz bei WM haben wir dasselbe erreicht haben wie voriges Jahr. Q: Was habt ihr seit der WM gemacht? David: Nach der WM haben wir gleich Programme einstudiert , erstmal die Kür und dann den Originaltanz. Wir haben im Ice Dome wieder angefangen für die neue Saison zu trainieren. Aber nach der WM war keine Pause. Wir haben immer nur Training gehabt, und es waren nur 14 Tage Pause vor dem Ice Dome. Q: Wollt ihr verraten was für Programme ihr gemacht habt? David: Der Originaltanz ist das Thema Charleston, diese 40er, 30er und 20er Jahre und die Kür wird eine Überraschung sein. Q: Hat euch denn das Originaltanzthema gefallen? David: Sagen wir mal so: voriges Jahr war es besser für uns. Wir haben eine tschechische Polka genommen, und da waren wir mit Herz dabei, das war unser Thema! Und der Originaltanz heuer, wir haben das vor ein paar Jahren bei der Juniorweltmeisterschaft schon gemacht, wo auch als Originaltanz der Charleston kam. Ja, Charleston - wir machen ihn! Q: Das kann ich mir auch gut vorstellen David: Ja, ja - wir machen ihn! Es ist nicht so wie Walzer. Q: Habt ihr lange nach der Musik gesucht, auch für die Kür oder habt ihr schnell schon was gehabt? David: Eigentlich schnell. Aber der Original war ein bisschen schwieriger, weil da die Regeln sind. Es hieß, dass die Musik wirklich aus den 20er bis 40er Jahren sein soll. Sie kann nicht älter oder jünger sein, deshalb ist es ein bisschen schwierig mit der Auswahl. Aber wir haben etwas gefunden, und es war nicht so ein Problem, dass wir einen Monat die Musik gesucht hätten. Q: Für die Olympische Saison soll ja wieder der „Country“ oder „Folk Dance“ das Thema sein. Findet ihr das gut oder ist das zu früh? David: Wir glauben nicht. Für die Olympischen Spiele kann das gut sein. Olympische Spiele sind Olympische Spiele und es kann besser sein, es ist eine gute Idee. Q: Bis dahin ist ja noch ein bisschen Zeit. Wie habt ihr denn jetzt eure Saison geplant für dieses Jahr? Welche Wettbewerbe wollt ihr machen? David: Bis jetzt haben wir noch keinen Grand Prix erhalten, aber das kann ja noch kommen. Aber sicher werden wir erstmal in Oberstdorf die Nebelhorn Trophy laufen. Dann ist wieder Karl Schäfer Pokal in Wien, dann vielleicht Golden Spin Zagreb und dann wieder Dortmund die NRW Trophy und dann haben wir in Tschechien den Pavel Roman Memorial in Olomouc. Dann haben wir Staatsmeisterschaft im Dezember. Wir wollen viele Wettbewerbe machen. Im vorigen Jahr war das nicht so der Fall, weil wir so spät angefangen haben. Q: Warum wollt ihr viele Wettbewerbe laufen? Wie hilft euch das? David: Wenn wir die Europameisterschaft mit einem Wettbewerb vorher laufen, ist das wirklich zu wenig. Es soll Stimmung da sein, denn du bist nervös. Wenn du viele Wettbewerbe hast, ist das besser für das Gefühl. Irgendwie fühlt es sicher besser an, wenn du dann auf das Eis gehst, wo dich viele Leute anschauen, dass du Erfahrung hast. Es ist besser. Und natürlich können wir Punkte sammeln für die Weltrangliste. Du hast zwei Pflichttänze, und bei der Staatsmeisterschaft laufen wir nur einen. Deswegen ist es auch besser für uns, dass wir alle Pflichttänze durchmachen bei den Bewerben. Q: Habt ihr euch denn schon mit dem Finnstep auseinander gesetzt? David: Die Musik haben wir auch gehört und ein Video angeschaut., aber so richtig konnten wir uns noch nicht damit befassen. Wir haben erst die Kür und Originalprogramm einstudiert und jetzt bereiten wir den Paso Doble vor, und der Finnstep kommt sicherlich auch noch dran Q: Wie gefällt er euch denn als Tanz? David: Ich finde es ein bisschen schade, was sie jetzt machen, dass sie die Pflichttänze nach den Olympischen Spielen abschaffen wollen, und jetzt kommt ein neuer Pflichttanz. Ich glaube, es ist ein schöner Pflichttanz, ist flott, ist schnell. Es ist noch schwieriger als die Yankee Polka, sehr schwierig. Wir haben das noch nicht so wirklich probiert miteinander, wird man sehen, wie das ist, aber ich glaube, wir schaffen das schon. Q: Das denke ich auch. Also ihr seid auch wie die meisten Eistänzer dafür, dass die Pflichttänze erhalten bleiben? David: (unterhält sich mit Kamila) Wir meinen, dass die Pflichttänze bleiben sollen. Wir haben Kanten und Dreier in den Pflichttänzen und in den Programmen. Der Parketttanz hat auch Pflichttänze. Wieso soll man nicht die Pflichttänze haben, aber wir entscheiden das nicht. Aber ich fände es besser, wenn es bleibt. Q: Das fanden ja die meisten Eistänzer. Viele meinen, Pflichttanz trainieren wäre ja vielleicht langweilig, aber abschaffen will es dann doch keiner. David: Wenn du nur Kür oder Original hast, dann ist das irgendwie langweilig. Deshalb ist das eine Abwechslung, du hast auch nicht Paso Doble oder Wiener Walzer fünf Jahre lang, das wechselt dann wieder Tango, Walzer, dann wieder Cha Cha, Samba. Es wieder was anderes, ein anderer Ausdruck, es ist besser so. Q: Ihr seid ja oft in Oberstdorf. Wie oft seid ihr im Jahr hier? David: Wir sind sicher fünfmal im Jahr in Oberstdorf. Q: Und wie gefällt es euch hier? David: Es ist schön. Es ist wie eine große Familie. Die coaches und Sportler gehen miteinander sehr nett um. Das ist hier einfach anders als zu Hause zu trainieren, wo du wirklich nur ein paar Leute hast. Hier ist es wirklich eine große Gruppe und du kannst einmal ausgehen und was unternehmen. Du hast Training, kannst dich miteinander für das Training motivieren, das ist wirklich super. Q: Eine Frage zu der Schule. Was macht ihr genau? David: Alle beide studieren wir an der Sportuniversität. Kamila hat das erste Jahr gerade abgeschlossen und ist jetzt im zweiten Jahr. Ich habe das 5. Jahr schon abgeschlossen und ich sollte die großen Prüfungen machen, aber ich bin ein halbes Jahr später dran. Q: Dann hast du jetzt im Sommer Prüfungen oder wann? David: Nein, ab Januar habe ich Prüfungen. Q: Im Januar, das ist ja wieder ungünstig wegen der Europameisterschaften? David: Am 15. sind die Prüfungen. Wir werden sehen. Q: Macht ihr viel auch zu Hause oder lernt ihr auch hier in Oberstdorf. Wie könnt ihr das vereinbaren? David: Wenn das Sportstudium ist, dann ist das Sport und das liegt uns im Blut. Deswegen muss man nicht so viel lernen. Sicherlich Anatomie wie auch... und solche Sachen muss man einfach lernen. Aber viele Sportdisziplinen, die hast du im Blut. Q: Es geht viel um Praktisches. David: Genau, ja! Sicherlich muss man lernen, aber es ist nicht so wie bei den Juristen. Q: Und das ist dann das Trainerdiplom am Ende? David: Genau, du machst fünf Jahre Hochschulstudium und du kriegst nach fünf Jahren (das Diplom) für die erste Klasse des Eiskunstlaufens, weil es speziell Eiskunstlaufen ist, zu den weiteren Wahlfächern die du hast. Q: Also, ihr wollt ja die Musik von der Kür nicht verraten. Aber könnt ihr was zu der Richtung sagen? Ist es was Ernstes oder was Fröhliches? David: Es passt zu uns. Wir haben das so genommen, weil wir haben zwei zur Auswahl gehabt und ich glaube, wir haben die richtige Entscheidung getroffen, dass wir die Kür genommen haben, die wir jetzt laufen. Ja, ich glaube die passt zu uns und wir sind froh, dass wir diese Musik ausgesucht haben. Q:Habt ihr die selber ausgesucht oder hat der Trainer die vorgeschlagen? David: Ja, der Trainer, der Choreograph hat das vorgeschlagen. Er hat zwei Musiken vorgeschlagen und wir haben eine genommen.
Q: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg in der neuen Saison!
|  | Interview Kamila Hajkova/David Vincour Ice Dome, Oberstdorf July 2008
Q: When you look back, what are your thoughts about the past season? David: We were pleased with the past season, because we luckily got the Grand Prix in Russia, which we hadn’t expected at all. We started late into the season, only in September, October. Our first competition was in Dortmund (NRW Trophy). We started late because of my illness (last season). We are happy that we made the final at Worlds and that we achieved the same result at Worlds like last year, rank 17. Q: What did you do after Worlds? David: Right after Worlds we did new program, first the free dance and then the original dance. We started training for the new season at the Ice Dome (in July), but we didn’t really have a break after Worlds. We’ve been training all the time, and we’ve had only a break of two weeks before the Ice Dome started. Q: Will you tell us what your new programs are? David: For the original dance, we picked a Charleston theme for this 40s, 30, 20s, and the free dance will be a surprise. Q: How did you like the theme fort he OD this year? David: Let’s say, it was better for us last year. We did a Czech Polka and we’ve put our heart into it, that was really our theme! The original dance this year, we’ve done something like that at Junior Worlds, when the Charleston was the theme. Yes, we’re doing a Charleston! Q: I can imagine you doing it really well. David: Yes, it’s not like a Waltz. Q: Did you search for the music for a long time or did you find it quickly? David: We found it actually quickly. The original dance was a little harder, because of the rules. The music really had to come from the 20s to 40s. It can’t be older or younger, so it’s a little more difficult to choose. But we found something and it wasn’t such a big problem. We didn’t have to look for the music for a month. Q: The “Country” or “Folk Dance” will be the theme again for the Olympic season. Do you like that or do you think it’s too early to have it again? David: Not really. It can be good for the Olympic Games. It’s a good idea. Q: We still have some time until then. What are your plans for this season? What competitions do you want to attend? David: So far we didn’t get any Grand Prix, but it’s still possible. For sure we’ll skate at Nebelhorn Trophy. Then there is the Karl Schäfer Memorial in Vienna, maybe Golden Spin in Zagreb and then the NRW Trophy in Dortmund again. We’ll also have the Pavel Roman Memorial in Olomouc in the Czech Republic and Nationals in December. We want to do many competitions. Last year we couldn’t do it as we started late. Q: Why do you want to do many competitions? How is this helping you? David: When we are coming to Europeans with only one competition before it’s just not enough. You need to be in the right mood, because you are nervous. It’s better for your feeling when you do a lot of competitions. It somehow feels better when you get out on the ice where many people are watching when you have experience. It’s just better. Obviously we also can collect points for the world standings. We have two compulsories, but we’ll skate only one at Nationals. Therefore it’s good that we can compete all the compulsories in the other competitions. Q: Have you studied the Finnstep yet? David: We’ve listened to the music and we watched the video, but we couldn’t really work on it yet. We first worked on our free dance and original dance and now we are preparing the Paso Doble. We’ll get to the Finnstep for sure. Q: How do you like this dance? David: I think it’s a shame that they want to get rid of the compulsory dances and they are making a new one now. I think it’s a nice compulsory, quick and fast. It’s more difficult than the Yankee Polka, really difficult. We didn’t really try it yet together, we’ll see how it is like, but I think we’ll manage. Q: I’m sure you will. So you would like to keep the compulsories like some other ice dancers do? David (after consulting Kamila): We think the compulsories should stay. We have the edges and three-turns in the compulsories. Ballroom dance has compulsories as well. Why shouldn’t we have the compulsories? But we aren’t deciding this, but we would prefer to keep the compulsories. Q: Most ice dancers are agreeing with you. Many people are saying that practicing the compulsories is boring, but they still want to keep them. David: It’s somehow boring if you only have free and original dance. It’s a change, you don’t have Paso Doble or Viennese Waltz for five years, there is change between Tango, Waltz, Cha Cha, Samba. It’s always something different, a different expression, and that’s better. Q: You are coming often to Oberstdorf. How many times a year are you here? David: We are for sure five times a year in Oberstdorf. Q: How do you like it here? David: It’s nice. It’s like a big family. The coaches and athletes have a good relationship. It’s different from training at home where there only a few skaters. Here it’s a big group, and you can go out together and do something together. You are training together and you can motivate each other. It’s really great. Q: A question about school. What are you studying? David: We are both studying at the sports university. Kamila just finished her first year and is now in her second year. I finished my fifth year and I should prepare for my big exams, but I’m behind by like half a year. I have my exams starting in January. Q: January isn’t so good because of Europeans, isn’t it? David: The exams are on the 15th. We’ll see. Q: How can you combine your studies and ice dancing? Are you studying at home? David: As long as it’s sport, it’s close to us and we don’t have to study so much. But other things like anatomy we have to learn. But all the sport disciplines are in our blood. Q: There are a lot of practical studies? David: Exactly! Of course we have to study, but not as much as a law student. Q: Do you eventually get a coaching diploma? David: Yes. You are studying for five years at the university and you get the diploma for figure skating, because you are focusing on figure skating among the other topics. Q: You didn’t want to tell us the music for your free dance. But can you tell us something about the direction you are going into? David: It’s suiting us. We had two kind of music to choose from and I think we made the right choice by taking the music that we are skating to now. I think it’s really suiting uns and we are happy to have chosen this music. Our coach and choreographer suggested two different selections of music and we picked one. Q: Thank you for the interview and all the best for the season!
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